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Ry Cooder - Chávez Ravine (2005)

Ry Cooders üppiges Konzeptalbum über ein umstrittenes Stadterneuerungsprojekt in Los Angeles

Das 2005 veröffentlichte Konzeptalbum "Chávez Ravine" ist eines der großen, vielleicht aber etwas zu wenig beachteten Meisterwerke des Gitarristen, Sängers und Komponisten Ry Cooder. Es handelt sich dabei um die musikalische Aufarbeitung eines umstrittenen Stadtentwicklungsprojekts in den 1950er Jahren in Cooders Heimatstadt Los Angeles, genauer in Chávez Ravine, benannt nach Julian Chávez, einem der ersten Stadträte von Los Angeles.

In dem gut geschützten kleinen Tal (daher der Name "Ravine") lebten etwa 300 Familien vornehmlich mexikanischer Herkunft. 1949 erklärte die Stadtregierung von Los Angeles die drei Siedlungen von Chávez Ravine zum Stadtentwicklungsgebiet. Ab 1950 wurden die Bewohner aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen und an die Stadt zu verkaufen, um Platz für sozialen Wohnbau zu machen. 10.000 moderne Wohneinheiten sollten entstehen, die bisherigen Bewohner sollten sich die schönsten davon aussuchen dürfen. Als aber 1953 der Republikaner Norris Poulson zum Bürgermeister gewählt wurde, wurden die öffentlichen Wohnbaupläne für Los Angeles gestoppt. Chávez Ravine verkam immer mehr zur Geisterstadt. Anfang der 1960er wurden schließlich die letzten Bewohnerinnen und Bewohner mit Gewalt vertrieben; anstatt von Wohnungen wurde ein Baseballstadion errichtet.

Inspiriert von historischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen des Fotografen Don Normark hat sich Ry Cooder darum gekümmert, die Geschichte von Chávez Ravine und die Geschichten der dort lebenden Menschen in bestehenden wie in neu geschriebenen Songs zu fassen und so vor dem Vergessen zu bewahren.

Sendereihe

Gestaltung

  • Michael Neuhauser