Superarchor in Volksschule: Singendes und tanzendes Mädchen

SUPERAR/WOLF-DIETER GRABNER

Gedanken

Birgit Leinich, Präsidentin von Superar und Christoph Badelt, Wirtschaftswissenschafter

"Birgit Leinich und Christoph Badelt sprechen über Musik als Bildungsangebot, über Integration und Friedensarbeit - und darüber, warum Investitionen in Kinder und ihre kulturellen Möglichkeiten auch Investitionen in die Zukunft der Gesellschaft sind."

Musik kann stärken, verbinden und Grenzen überwinden. Anlässlich des bevorstehenden Internationalen Tag der Kinderrechte, am 20. November, richten die heutigen "Gedanken" den Blick auf den Verein Superar. Er ermöglicht Kindern und Jugendlichen kostenlose Musik- und Kulturangebote.

Dabei geht es um gerechte Bildungschancen: Unabhängig vom sozialen oder wirtschaftlichen Hintergrund sollen alle Kinder Zugang zu künstlerischer Förderung erhalten. Superar bietet Chöre, Orchester und Musicals - im Schulalltag ebenso wie in offenen Nachmittagsprogrammen. Vorkenntnisse sind meist nicht nötig, Instrumente werden zur Verfügung gestellt. Damit erreicht der Verein auch Kinder, für die eine Musikschule sonst kaum zugänglich wäre.

Birgit Leinich, Präsidentin von Superar, und der Wirtschaftswissenschafter Christoph Badelt sprechen über kulturelle Teilhabe, Bildungsgerechtigkeit und die Kraft des gemeinsamen Musizierens.

In Österreich arbeitet Superar an 18 Schulen mit 86 Klassen und erreicht im Unterricht knapp 1.800 Kinder. Weitere 220 Kinder und Jugendliche nutzen die Nachmittagsangebote. Im internationalen Netzwerk musizieren mehr als 5.600 junge Menschen in sieben europäischen Ländern.

Es geht dabei um mehr als Musik: Wer gemeinsam probt, hört einander zu, übernimmt Verantwortung und wächst als Gruppe zusammen. Der Name Superar leitet sich vom lateinischen superare ab - Grenzen überwinden. Genau das geschieht beim Musizieren: Es schafft Begegnungen über soziale, kulturelle und religiöse Unterschiede hinweg.

In Bosnien und Herzegowina musizieren Kinder unterschiedlicher Volksgruppen miteinander. In der Slowakei und in Rumänien arbeitet Superar auch mit Roma-Gemeinschaften. So entstehen Räume, in denen Kinder einander begegnen und gesellschaftliche Teilhabe erleben können.

Seit 2022 untersucht Superar die Wirkung seiner Programme systematisch. Laut einer Wirkungserhebung entwickeln 98 Prozent der teilnehmenden Schulklassen mehr Selbstbewusstsein. 93 Prozent berichten von einem stärkeren Teamgeist, 82 Prozent von einer positiveren Einstellung zu Schule und Lernen. Öffentliche Auftritte geben Kindern Sichtbarkeit - und die Erfahrung, dass ihre Stimme gehört wird.

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