Ausgewählt

Zum 75. Todestag von Sigmund Romberg

"Deep in My Heart"

Wie Emmerich Kálmán prägte auch dieser aus der ungarischen Provinz stammende Komponist einem ganzen Genre seinen Stempel auf. 1887 in Nagykanizsa als Sigmund Rosenberg geboren, nahm er zunächst in Wien Kompositionsunterricht bei Richard Heuberger und sog die Atmosphäre der operettenbegeisterten Metropole zur Jahrhundertwende auf. 1909 emigrierte er in die Vereinigten Staaten, wo er sich zunächst als Barpianist durchschlug, bevor er als Hauskomponist der Shubert Brothers erste Erfolge in Revuen und Musicals einfahren konnte. Dabei waren Stars wie Al Jonson und das Geschwisterpaar Fred und Adele Astaire die Zugpferde der Shows. Romberg "amerikanisierte" europäische Operetten wie Walter Kollos "Wie einst im Mai" ("Maytime", 1917) und Heinrich Bertés "Dreimäderlhaus" (Blossom Time" 1921) für den Broadway, legte aber auch bald eigene Werke vor.

Seine bis heute berühmtesten Stücke "The Student Prince" (1924), die Vertonung des Rührstücks "Alt-Heidelberg" mit der von bedeutenden Tenören interpretierten Serenade, "The Desert Song" (1926), inspiriert von "Lawrence of Arabia", und "The New Moon" (1928) besiegelten Rombergs Ruhm. In das letztgenannte Werk legte der Komponist bei einer späteren Produktion zwei von Oscar Hammerstein getextete Lieder ein, die sich zu Jazz-Standards entwickelten: "Softly as in a morning sunrise" und "Lover, come back to me".

Die 1930er Jahre führten Romberg auch nach Hollywood, doch bald zog es ihn zu den Bühnen des Broadway zurück, wo er bis heute als Repräsentant einer untergegangenen, aber bedeutsamen Epoche geschätzt wird: jener des Übergangs von der Operette zum Musical. "Deep in My Heart", der Untertitel dieser Sendung, ist ein Schlager aus "The Student Prince" und wurde auch der Titel des Spielfilms, der sich 1954 seinem Leben widmete. Drei Jahre zuvor, am 9. November 1951, war Sigmund Romberg in New York verstorben.

Sendereihe

Gestaltung

  • Christoph Wagner-Trenkwitz