Radiokolleg

Ökozid - das fünfte Verbrechen gegen die Menschheit? (4)

Die Welt danach

Die Debatte um den Ökozid als "Verbrechen an der Zukunft" beeinflusst schon heute unsere Kultur in mannigfaltiger Weise. So haben Theaterausführungen und performative Schauprozesse wie das Monsanto Tribunal 2016 in Den Haag, Milo Raus Congo Tribunal in 2017, Maria Lucia Cruz Correias Voice of Nature: The Trial in 2019, und Radha D'Souzas und Jonas Staals Court for Intergenerational Climate Crimes (CICC) in 2021 und 2022 maßgeblich zum breiteren Bekanntwerden von Ökozid beigetragen. Doch bereits seit den 1970er Jahren gab es eine Welle erster Politisierung von Ökozid mit reichhaltigen kulturellen und gesellschaftlichen Auswirkungen: so machte zum Beispiel die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl das Thema menschenverschuldeter Umweltzerstörung zu einem existenziellen Thema, welches in Literatur, Film und Pop verhandelt wurde. Wie gehen global vernetzte Gesellschaften mit dem Bewusstsein eines "planetaren Verbrechens" um? Wie reagiert unsere Kultur auf eine Konkretisierung der Schuld von Umweltverbrechen, wie es Verurteilungen des Ökozids wohl mit sich ziehen würden?

Dieser letzte Teil des "Radiokollegs" lädt Philosoph:innen und Kulturwissenschaftler:innen zu Spekulationen über eine Zukunft ein, in der Ökozid ein international anerkanntes und geahndetes Verbrechen ist und befragt sie zu Lehren aus der Vergangenheit.

Gestaltung: Kilian Jörg

Service

Radiokolleg-Podcast

Sendereihe

Übersicht