Radiogeschichten
"Stimmen der Wut-Frauen erzählen - Folge 4: WUT EINFORDERN" von Elisabeth Weilenmann
Was passiert, wenn Frauen Schmerzen haben, Beschwerden schildern oder spüren, dass etwas nicht stimmt und ihnen trotzdem nicht geglaubt wird? Warum werden ihre Wahrnehmungen oft infrage gestellt? Und was geschieht mit der Wut, wenn Frauen immer wieder lernen, still zu sein, sich anzupassen und alles hinunterzuschlucken?
19. November 2026, 11:05
In der fünfteiligen Serie "Stimmen der Wut - Frauen erzählen" hat Elisabeth Weilenmann im März Frauen eingeladen, ihre persönlichen Wuterfahrungen zu teilen. Zahlreiche Frauen haben sich mit ihren Erinnerungen und Erlebnissen gemeldet. Ihre Berichte sind in die Serie eingeflossen. Elisabeth Weilenmann hat viele der Frauen persönlich getroffen und mit ihnen gesprochen, andere Texte werden von Schauspielerinnen gelesen. In der vierten Folge geht es um Erfahrungen, in denen Frauen mit ihren Beschwerden nicht ernst genommen werden und um die Wut, die daraus entsteht.
Die Demokratiebildnerin Anita H. erzählt von einem gynäkologischen Eingriff, nach dem sie spürte, dass etwas nicht stimmte. Ein Arzt nahm ihre Beschwerden nicht ernst. Erst bei einer weiteren Untersuchung wurden Komplikationen entdeckt, die lebensgefährlich hätten werden können. Ihre Geschichte zeigt, wie entscheidend es ist, Frauen zuzuhören und die Wahrnehmung des eigenen Körpers ernst zu nehmen.
Die Kardiologin und Professorin für Gendermedizin Margarethe Hochleitner beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Frage, wie unterschiedlich Frauen und Männer in der Medizin wahrgenommen und behandelt werden. Sie erzählt, wie lange der männliche Körper als Maßstab für medizinische Forschung galt und wie die Beschwerden von Frauen als übertrieben oder eingebildet abgetan wurden. Auch Frauen, deren Erkrankungen nicht anerkannt werden, berichten von ihrer Wut und ihrer Ohnmacht.
Die Grafikerin und Illustratorin Tina M. berichtet von ihrer Kindheit als stilles, angepasstes Mädchen, von Überforderung und einem Zusammenbruch und davon, wie Therapie ihr geholfen hat, die eigene Stimme wiederzufinden. Und Anita H. entdeckt, dass Wut nicht verdrängt werden muss, sondern eine produktive Kraft sein kann, die sich auch über den Körper, die Bewegung und die Stimme ausdrücken lässt.
Sendereihe
Gestaltung
- Elisabeth Weilenmann
