Ö1 Essay

"Stimmen der Wut-Frauen erzählen- Folge 5: WUT VERWANDELN" von Elisabeth Weilenmann

Was passiert, wenn Frauen ihre Wut nicht hinunterschlucken, sondern in Energie und Bewegung verwandeln? Kann Sport ein Ventil für angestaute Gefühle sein? Und warum müssen Frauen noch immer dafür kämpfen, dass ihre sportlichen Leistungen dieselbe Anerkennung finden wie jene ihrer männlichen Kollegen?

In der fünfteiligen Serie "Stimmen der Wut - Frauen erzählen" hat Elisabeth Weilenmann im März Frauen eingeladen, ihre persönlichen Wuterfahrungen zu teilen. Viele sind diesem Aufruf gefolgt. Ihre Erinnerungen, Erlebnisse und Gedanken sind in die Serie eingeflossen. Elisabeth Weilenmann hat zahlreiche Frauen persönlich getroffen und mit ihnen gesprochen, andere Berichte werden von Schauspielerinnen gelesen. In der fünften und letzten Folge geht es darum, wie Wut neue Kräfte freisetzen kann.

Die achtfache Kickbox-Weltmeisterin und fünffache Europameisterin Nicole Trimmel weiß, wie viel Energie in Wut steckt. Sport kann helfen, diese Energie abzubauen und in etwas Produktives zu verwandeln. Für sie ist Bewegung ein Ventil, das dabei hilft, Ärger nicht tagelang mit sich herumzutragen. Die Buchautorin und Expertin für Frauensportgeschichte Petra Sturm zeigt eine andere Seite der Wut: Sie war immer wieder ein Antrieb für Frauen, sich gegen Benachteiligung zu wehren und neue Möglichkeiten zu erkämpfen.

Auch die Profi-Mountainbikerin und mehrfache Weltmeisterin Vali Höll erzählt davon, wie sie sich dafür einsetzt, dass Frauen im Sport dieselbe Bezahlung erhalten wie ihre männlichen Kollegen. Ihr Beispiel steht für den Kampf um Anerkennung und faire Bedingungen im Leistungssport. Denn auch im Sport ist Gleichberechtigung längst nicht selbstverständlich. Frauen mussten sich das Recht, überhaupt an Wettkämpfen teilzunehmen, erst erkämpfen. Bis heute fordern Sportlerinnen bessere Trainingsbedingungen, angemessene Bezahlung und dieselbe Anerkennung wie ihre männlichen Kollegen. Petra Sturm erinnert an historische und aktuelle Beispiele, in denen Frauen ihre Wut in Widerstand verwandelt und damit Veränderungen angestoßen haben.

Wut kann antreiben, Mut machen und Kräfte freisetzen. Sie kann helfen, Grenzen zu überwinden, sich gegen Ungerechtigkeit zu wehren und den eigenen Platz einzufordern. Und Sport bietet nicht nur die Möglichkeit, angestaute Energie loszuwerden, sondern auch Erfahrungen von Gemeinschaft, Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung.

Service

Petra Sturm, "Cenzi Flendrovsky. Eine Bicycle Novel", Edition Atelier, 2023.
Petra Sturm, Georg Spitaler (Hg.), "Sport und Feminismus. Gesellschaftspolitische Geschlechterdebatten vom Fin de Siècle bis heute", Campus Verlag, 2025.

Sendereihe

Gestaltung

  • Elisabeth Weilenmann

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