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Die Jäger
23. November 2026, 09:05
Seit 25 Jahren verfolgt das Citizen Lab digitale Spuren, die mächtige Akteure lieber verborgen hätten. Seine Forschenden deckten internationale Spionagenetze auf, analysierten die Überwachungssoftware Pegasus und zeigten, wie Staaten auf die Standortdaten ganz gewöhnlicher Smartphones zugreifen können. Die vierteilige Reihe erzählt von einer ungewöhnlichen Jagd: von Forschenden, die zu Ermittlern werden, von einer milliardenschweren Überwachungsindustrie - und von denen, die plötzlich selbst ins Visier geraten. Eine Geschichte über digitale Macht, investigative Recherche und die Frage, wie viel Freiheit Demokratien im Namen der Sicherheit aufs Spiel setzen.
2008 trifft der kanadische Forscher Greg Walton in Genf Tseten Samdup, einen Vertreter des Dalai Lama. Der hat einen beunruhigenden Verdacht: Jemand könnte die vertrauliche Kommunikation seines Büros mitlesen.
Der Dalai Lama lebt seit seiner Flucht aus Tibet im Jahr 1959 im indischen Dharamsala. Dort befinden sich auch sein Büro und die tibetische Exilregierung; Mit internationalen Kontakten, für die sich offenbar auch andere interessieren.
Walton kennt die tibetische Gemeinschaft seit Jahren und untersucht gemeinsam mit Forschenden des Citizen Lab die Computer in Dharamsala. Und tatsächlich finden sie eine bis dato unbekannte Spionage-Software, die es nicht nur möglich macht, Nachrichten und Dokumente mitzulesen, sondern auch Computer aus der Ferne zu kontrollieren.
Von den befallenen Computern führen Verbindungen zu Servern im Ausland. Spuren, denen die Forschenden folgen, und auf immer neue Opfer stoßen: tibetische Organisationen, Botschaften, Außenministerien und Medien. Am Ende haben sie ein Spionagenetz mit mehr als 1.200 infizierten Computern in 103 Ländern kartiert. Sie nennen es "GhostNet".
