In Concert

Temperamentvolle Klangkontraste: Myra Melford

Die Chicagoer Pianistin Myra Melford begeisterte 1993 und 1997 mit ihrem Extended Ensemble beim Internationalen Jazzfestival Saalfelden

Bereits ihr erstes Konzert im Rahmen des 15. Internationalen Jazzfestivals Saalfelden ging als ein Höhepunkt in die Festivalchronik ein. Am Samstag, dem 28. August 1993, trat die Chicagoer Pianistin und Komponistin Myra Melford mit neuem Ensemble im Salzburger Pinzgau auf und begeisterte das Publikum. Dafür erweiterte sie ihr aus Lindsey Horner (Bass) und Reggie Nicholson (Schlagzeug) bestehendes Trio um Dave Douglas (Trompete) und Marty Ehrlich (Saxofon).

Vier Jahre später kehrte die Musikerin zurück - diesmal mit dem Extended-Ensemble II - und sorgte am 31. August 1997, dem letzten Veranstaltungstag des 19. Internationalen Jazzfestivals Saalfelden, für einen energiegeladenen Kontrapunkt im Programm. Für dieses bemerkenswerte Konzert hatte Melford die Besetzung gegenüber jener des Jahres 1993 verändert: Mit dem Multiinstrumentalisten Joseph Jarman, Mitgründer des legendären Art Ensemble of Chicago, und dem Geiger Leroy Jenkins, Pionier des Free Jazz und der freien Improvisation, brachte sie nun zwei Veteranen der Chicagoer Musiker:innenkooperative "Association for the Advancement of Creative Musicians" (AACM) mit auf die Bühne. Gemeinsam mit ihrer langjährigen Rhythmusgruppe - Lindsey Horner und Reggie Nicholson begleiten Melford seit ihrem 1990 veröffentlichten Debütalbum "Jump" - schlugen sie eine Brücke zwischen kammermusikalischen Elementen, AACM-Tradition und zeitgenössischer Improvisation.

Die 1957 in Glencoe, Illinois, geborene und in der New Yorker Downtown-Szene der 1980er Jahre bei Henry Threadgill, Jaki Byard und Don Pullen ausgebildete Myra Melford hat sich mittlerweile als eine der wichtigsten Stimmen des zeitgenössischen Jazz etabliert.

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