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Outfit. Was wir tragen und warum (1)

Der Stöckelschuh

Sich mit Kleidung oder Mode zu beschäftigen, wird gerne als oberflächlich, verspielt, und bedeutungslos abgetan. Dabei steckt unsere Kleidung voller Bedeutung. Kleidung ist Kommunikation. Und so verraten auch die Dinge, die wir auf Haut und Haar tragen einiges. Sie erzählen von Normen, von politischen und sozialen Veränderungen. Davon, wer dazugehört und wer nicht, von Geschlechter-, Ethnizitäts- oder Klassengrenzen, und vor allem von deren Überschreitung.
Irmi Wutscher und Anna Masoner stellen in "Outfit" ausgewählte Kleidungsstücke und ihre Geschichten in den Mittelpunkt.

Obwohl Schuhe mit hohen Absätzen heute für stereotype Weiblichkeit stehen, hat der Absatz-Schuh in der Männerkleidung das Licht der Welt erblickt: Im 10. Jahrhundert zieren Absätze die Stiefel persischer Reiter. Und im 17. Jahrhundert sind es Adelige an den europäischen Höfen, vor allem Männer, aber auch Frauen, die sich mit Absätzen größer und eleganter machen. Das endet mit der französischen Revolution und der Stöckelschuh wird bis Mitte des 19. Jahrhunderts zum Frauenschuh. In seiner ausgeprägtesten Form wird er nach dem zweiten Weltkrieg Teil des "New Look" von Christian Dior und den hyperfemininen Formen, die dieser Trend propagiert.
Der hohe Absatz wird geschätzt und fetischisiert. Menschen lieben Highheels, weil sie die Beine verlängern, den Fußrist wölben und eine Körperhaltung erzeugen, die Po und Busen betont. Highheels werden aber auch gehasst, weil sie fast immer mit Schmerzen oder Blasen einhergehen. So ging ein Foto der Künstlerin Dina Litovysky 2023 auf Social Media viral, das Füße von einem Model in hochhackigen gelben Sandalen zeigte, deren Fersen aufgescheuert sind. Vielleicht ist der Stöckelschuh auch deswegen aus dem Alltag der meisten Frauen verschwunden und hat Sneakers und Ballerinas Platz gemacht.

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