Schließ die Augen

Wir freuen uns auf Ihre Einreichung.

Hier können Sie Ihr Audio hochladen

Laut ORF-Gesetz dürfen wir Ihnen dieses Service nur zur Verfügung stellen, wenn Sie Ihre Identität durch Angabe von Vorname, Familienname und Wohnadresse bekanntgeben. (ORF-G, § 4f, ABS 2, Z 23). Sie können das entweder direkt im Zuge des Uploads tun, bzw. sich als User/in in der ORF-Community registrieren lassen. Wenn Sie bereits Mitglied der ORF-Community sind, loggen Sie sich bitte ein, wenn Sie Texte, Audios oder Bilder hochladen, bzw. solche bewerten möchten. Beiträge, für die diese Funktion freigeschaltet ist, können pro User/in nur einmal bewertet werden. Mehrfachstimmen sind möglich. Beachten Sie bitte, dass erstmalige log-ins in der ORF-Community nur wochentags bearbeitet, bzw. freigeschaltet werden können. Die Freischaltung kann einige Zeit in Anspruch nehmen.

Pick up

A. Diaz - 9. Jänner 2026, 23:32

der Weg zur Abholung

George

Gerhard Kepplinger - 9. Jänner 2026, 23:21

"Schließ die Augen, ich flehe dich an!" sagte George und eine Träne rann über seine fette Backe. George, der Riese! 2 Meter 8 groß und 160 Kilo schwer. Kein Wunder, dass ihn jeder "Giant" nannte. Dieser Bär von einem Mann weinte tatsächlich. Ich konnte es nicht glauben. Seit 40 Jahren war er schon in dem Job und hatte alles gesehen. ALLES! In 2 Wochen wird er in Rente gehen. 40 Jahre für den Staat! Er hat sich immer korrekt verhalten. Der Ruhestand wird wohlverdient sein. George ist seit 5 Jahren verheiratet, hat 2 Töchter und einen Sohn. Er liebt seine Familie über alles. Sonntags ist er immer in der first baptist church zu sehen, wenn er im Chor, dass erst seit 20 Jahren, singt. Alle lieben George! Immer freundlich, humorvoll, hilfsbereit und engagiert. Zweimal die Woche hilft er freiwillig in der Suppenküche für Obdachlose aus. Dort hat er seine Frau die 30 Jahre jünger ist und schon 3 kleine Kinder hatte kennengelernt. Seine Kinder sind wohlgeraten und lieb. Sie wissen Daddy arbeitet für den Staat. Deswegen die Uniform. Mehr müssen sie nicht wissen. George und seine Frau haben sich darauf geeinigt. Auch dass George zuhause seiner Frau Sue nichts vom Job erzählt, haben sie gemeinsam beschlossen. Dass und vieles mehr hat mir George im Laufe von 20 Jahren erzählt. Ich kenne weder seine Frau Sue, die Töchter Emily und Grace, noch den Sohn Jeffery persönlich. Und doch kenne ich sie. George ist ein Plappermaul. Er erzählt alles. Mir war das 20 Jahre sehr recht. 20 Jahre on death row in Utah. So verging die Zeit angenehm. Georg hatte immer was zu erzählen. Ich nicht! Morgen ist es soweit. Sie werden mich, so hab ich es entschieden, durch ein Erschießungskommando hinrichten. George war bei vielen Hinrichtungen dabei. Schließlich war er seit 40 Jahren Aufseher im Federal Prison of Utah. Wieviele er durch die Spritze sterben sah kann er nicht nennen. Sie hatten alle die Augen schon vor der ersten Injektion in Erwartung des Todes geschlossen. Aber einer hatte die "firing squad", so wie ich auch gewählt. Und dieser Blick hatte George nie losgelassen! Ich werde morgen die Binde verweigern, aber meine Augen schließen. Für George!

In der Schauspielhandlung

Manfred Horak - 9. Jänner 2026, 23:14

Ö1 Hörspiel (Deadline 9.1.2026) 5’ Track „Schließ die Augen!“ In der Schauspielhandlung Alle Texte, Stimmen, Musik und Sounds von Manfred Horak. (Straßenlärm.) Wien der nächste Morgen in der Gegenwart. Menschen, Straßen, Plätze laden zum Verweilen und stressen im Vorübergehen. Und während öffentliche Gelder fließen, Brüderlichkeit in den Parteien herrscht, versammeln sich vormals beliebte Szenegrößen in der Schauspielhandlung „Zum fröhlichen Prekariat“. Hier ist man barock, hier ist man modern. (Musik.) Im Geschäftslokal „Zum fröhlichen Prekariat“ steht der Chefverkäufer und wartet vor den goldenen Brokatvorhängen und zwischen den verschiedenen Ansichtsgläsern auf Kundschaft. Da betritt ein untersetzter Mann die Schauspielhandlung. (Türe öffnet sich.) „Tag!“ „Guten Tag. Sie wünschen?“ „Ich hätt’ gern einen männlichen Schauspieler.“ „Na, da sind Sie ja hier genau richtig. – Haben Sie ein bestimmtes Modell im Aug’?“ „Ja, einen analogen Schauspieler.“ „Wir führen nur analoge.“ „Nur A-Ware, oder auch B-Ware?“ „Beides. Ausschussware und bessere Ware. Was genau soll er denn können?“ „Mehrsprachig soll er sein. Wienerisch, Kärntnerisch, Tirolerisch, Steirisch – und auch Deutsch. Jodeln soll er können und tanzen.“ „Ich glaub, da hab’ ich das genau richtige für sie.“ (Der Verkäufer tritt zu einem goldenen Vorhang und zieht ihn hoch.) „Hier, frisch eingetroffen unser Max.“ „Na, das kann ja noch heiter werden.“ (Max beginnt zu jodeln und zu tanzen.) „Wollen Sie mich verbemeln? Der is ja ned amoi schön – diese Dauerwelle, und dieser Schnurrbart! Fehlt nur noch das Goldketterl…“ „Goldketterl kost’ extra.“ „Haben Sie nicht einen, der a bissl mondäner ausschaut und auch rezitieren kann?“ (Der Verkäufer zieht den Vorhang hinab. Das Jodeln entweicht in der Ferne.) „Ich hab den Syndikat-Loisl im Angebot. Der ist ein Meister der Rezitation.“ „Na, wo is er denn? Zeign’s ma’n doch bitte.“ (Der Verkäufer tritt zu einem weiteren goldenen Vorhang und zieht ihn hoch. Im grellen Scheinwerferlicht sieht man die Silhouette vom Syndikat-Loisl, der unablässig rezitiert.) „Schon bei Shakespeare gibt es die Vorstellung von einer Frau, die vor hunderten von Jahren existierte. Die goldenen Weizenfelder, der Wind, der über ihre Haare streicht und die Dorfwiese. Nur weil dir so ein Hauch das lange Haar gezaust / Und fremdes Rauschen trug in den verträumten Geist; Weil dein Herz dem Singen der Natur gelauscht, Wo die Wälder klagen und die Nacht geseufzt; Was kann das Holz dafür, wenn es als Geige erwacht? Und der Dichter sagt, dass, wenn die Sterne strahlen, Kommst du nachts zu suchen die Blumen, die du brachst, …“ „Halt, Stop! Das ist ja nicht auszuhalten. Eine Litanei ist das, nein, ich weiß nicht, da fallen einem ja die letzten Bartstoppeln aus.“ „Wie sie meinen.“ (Der Verkäufer zieht leicht entnervt den Vorhang hinab. Die Rezitation verschwindet hinterm goldenen Vorhang.) „Haben Sie nicht einen lustigeren?“ „Wir führen keine Kabarettisten. Nur echte Schauspieler.“ „Nein, bloß keinen Kabarettisten, aber einen Schauspieler, der auch a bissl g’spaßig sein kann.“ „Da muss ich in der B-Ware nachschauen. – Ah ja, da hab ich einen, der ist zwar aussortiert worden von einem Bundestheater, aber der kann immer noch tanzen wie eine Marionette und kennt alle witzigen Dialoge inwendig – und auch auswendig.“ „Na da schau her, einer vom Bundestheater? Warum wurde er aussortiert? Hat er sich schlecht benommen?“ „Nein, nein, der ist ein ganz ein braver, ein echtes Burli, aber er hat halt zu wenig Freunderln in der Wirtschaft.“ „Und da kann er noch lustig sein? Na, i waass ned.“ (Ohne zu antworten zieht der Verkäufer einen goldenen Vorhang hoch. Kaum ist der Vorhang ein wenig hochgezogen, hört man bereits die sonore Stimme des aussortierten Bundestheaterschauspielers.) „Gehen wir halt ein bissl unter, sprach das Spiegelei zum Wal.“ (Burli beginnt wie ein Wal zu lachen.) „Schließ die Augen! Ich möchte Speisen essen, die ich nicht kenne, glitzernde Sachen kaufen, glücklich sein.“ (Burli lacht in der Melodie von Beethovens 9. und Mozarts Königin der Nacht.) „Ho ho ho ho, Ah ha ha ha ha, Ha! Ha ha ha ha…“ „Jo, wos hot er denn?“ „Na, lustig ist er, hörn’s nur, wie er lacht.“ „I möcht, dass er was lustiges erzählt, ned dass er lustig lacht.“ „Ho ho ho ho, Ah ha ha ha ha, Ha! Ha ha ha ha…“ „Ka Wunder, dass er beim AMS is’ und nix mea dazuverdiena deaf!“ (Der Kunde hält sich zunehmend hysterisch werdend verzweifelt an einem Vorhang fest.) „Nicht am Vorhang ziehen, so lassen Sie doch den Vorhang los, und passen Sie auf! Jessasmariajosef. Hinter Ihnen die Ansichtsgläser! … Ned, ned, Nein! … Oh je, da fliegt er nun ins Atrium…“ (Alles kracht zusammen.) „Sehr originell.“ (Stimme: Thank you. Und aus.) (Ende.)

Schließ die Augen

Martin Otter - 9. Jänner 2026, 23:13

Am Sterbebett meines Vaters

Rot. Und Blautöne

Livia Heisz - 9. Jänner 2026, 23:06

Wie jemandem antworten, wenn es die Worte dafür nicht gibt? Im Zug sitzend ziehen Fragen vorbei wie vom Tanz verbogene Bäume in der Landschaft der Erinnerung. Als Hörstück für Kopfhörer*innen gemacht. Realisierung: mit Stimme, Streichhölzern und Dosenmandarinen. Musik: SIKK PIBS Proudly presented by Heintje Hopens and the scheijne Beijn. Livia Heisz. Mag Wasser, Kino und Postkarten. Lebt in Wien.

Webseite
https://www.klangformat.org/

Meineid

Helena V. Böttner - 9. Jänner 2026, 22:50

Der neue Morgen vergleichbar mit dem letzten bricht ein in die Ewigkeit. Bist auch du gekommen um mir die Ruhe zu rauben, so bist auch du der Dieb meiner Träume. Verschwindest sogleich auf dein Hereinbrechen, sagst nicht guten Tag der Herr, Wie stehts Zuhaus der Herr, gehts es den Kindern gut? Er ringt sich aus den Laken, die das Schneeweiß nur mehr aus Erzählungen kennen. Die Uhrzeit, der unbarmherzige Herrscher, läutet ein das jüngste Gericht. Wenn die Stadt noch im Tiefsee versinkt, jagt er die erste U-Bahn, als sei es die letzte gewesen. Seit 35 Jahren ist er Parkwächter, einer der wenigen, die geblieben sind. In der Früh geht es um 5 los, da werden die Gatter poliert, Schlösser geöffnet und Enten gefüttert. Der öffentliche Raum will bereit sein, für das Gewicht, das er tragen muss. Er gehört allen, aber er zuerst gehört all jenen, die ihn instandhalten. Gerade sind die Küken endlich alt genug zum Schwimmen, für die Wassersportgymnastik reicht es noch nicht, aber die ersten mutigen drehen schon geübt ihre Runden trotz der Eises Kälte. Er lässt sich nieder auf der Bank unter den Linden, ein Refugium auf Zeit. Das Knarzen der Holzdielen vermischt sich dem Knacken seiner müden Knochen. Nächsten Winter wird man sie ersetzen müssen. Sorgsam zuckert die Asche seiner Zigarette die kaiserlichen Rosenbüsche, auf das sie noch ewig hier blühen werden. Schönheit ist kein Zustand sondern Arbeit. Konditioniert zu lieben was mir schadet, aufgebaut aus Ruinen lebe ich meine Selbstzerstörung als Heimatsuche, als Akt im Akt. Dreidimensional entpuppen sich die Unterwelten eines einsamen Herzens noch nicht ganz erkaltet, in der Ruhe liegt die Not. Selbsternannte Zweifel plagen mein Gedächtnis, ist es wahr ist es passiert, kann es sein, muss es das sein. Im Leib leben, geh mit Gott aber bitte geh. Setz dich zur ruh du Wesen der Sonne, du grundgütiger. Sei gut zu mir, ich verdiene es, genauso wie den Tod und das Leben und die Hoffnung auf eine Zukunft. Auf einmal steht die Antwort sonnenklar, ich bin es der du warst, ich bin es der mich verlassen hat, ungeliebt und unverbunden, ich bin es der dich befreit, denn ich war es der dich hat bestraft. Wer nicht die Zeit zählen kann, lässt den Henker entscheiden. Einmal noch, erzähl mir das Märchen von den Kindern die nie geboren wurden, von ihren Seelen die noch feststecken. Sie können noch nicht das Licht der Welt erblicken. Schließ die Augen! Rien ne vas plus

Social Media Seite
https://www.instagram.com/sekundaere_schieflage/

Nur noch 5 Minuten

Velikovský & Taxacher - 9. Jänner 2026, 22:41

Zukunft wird Gegenwart, und niemand ist gerne allein. Eine Abhandlung über ein mögliches Ende.

Webseite
https://djm.onetwocheck.com/

Social Media Seite
https://www.youtube.com/channel/UCM8hrEVm1luCxdwEi8Tqg2w

RELAXXX

Adi Traar - 9. Jänner 2026, 22:39

Eine alternative Familien-Soap in Bonsai-Größe rund um die neuen Lebensmittelpunkte in Handyformat. Ihnen zu entkommen, gibt es nur einen Weg: Close your eyes ...

SCHLURZ SCHLÄTZ SCHLIEFF. Manifest!

Carla Lorenz - 9. Jänner 2026, 22:33

Wir bilden uns ein, eine Raststätte zu sein. Wir meinen das ernst. Wir haben genau im Kopf, was eine Raststätte ist.

Social Media Seite
https://www.instagram.com/ichbindiecarla/

Fliegende Gedanken

Eine Reisende - 9. Jänner 2026, 22:26

4:57' innerer Monolog. Ohne Skript, stolpernd schnell.