"Dann ist auch nicht mehr Geld nötig"
Kranebitter: Hypo braucht mehr Zeit
Für Finanzministerin Maria Fekter ist die Hypo Alpe Adria ein größeres Sorgenkind als Griechenland. Aber Gottwald Kranebitter, Chef der Hypo, sieht die Bank im Ö1 Interview auf gutem Kurs. Die Bank brauche nicht mehr Geld, aber mehr Zeit, um den Weg Richtung Privatisierung zurückzulegen.
8. April 2017, 21:58
oe1.ORF.at
Hypo-Chef Gottwald Kranebitter im Gespräch mit Michael Csoklich
Verlustfrei abbauen
"Wir brauchen aus heutiger Sicht Zeit. Wir müssen den Abbau verlustfrei bewerkstelligen. Wenn uns das gelingt, werden wir auch kein Geld brauchen", sagt Kranebitter. Die Bank habe im Zuge der Notverstaatlichung 650 Millionen Euro bekommen, "und davon ist jeder Cent noch vorhanden." Man wirtschafte sehr sorgsam und sei überzeugt, "dass wir die Kapitalerwartungen der Nationalbank und der Finanzmarktaufsicht zum wesentlichen Teil aus eigener Kraft bewältigen werden können."
Abbau und Verkauf
Die Nationalbank will eineinhalb Milliarden Euro bis Ende März 2012. Kranebitter hofft nun auf einen "konstruktiven Dialog", um mehr Zeit zu erhalten. Einerseits baue man faule Kredite ab, zweitens mache man in Bulgarien oder in Ungarn und in Deutschland keine neuen Geschäfte mehr. Drittens verkaufe man große Teile der Gruppe, darunter auch den Österreich- und den Italien-Teil.
Preis noch zu schlecht
Kranebitter ist auch optimistisch, für die Firmenteile Österreich und Italien tatsächlich Käufer zu finden, "wenn sich ein Fenster auftut". Derzeit seien aber die Bewertungen zu niedrig, daher wolle man zu diesen Preisen nicht verkaufen.
"Ausreichend vorgesorgt"
Kranebitter bleibt auch gelassen, sollte die Bayern LB tatsächlich ihre drei Milliarden Euro aus der Hypo Alpe Adria abziehen: "Die Liquiditätssituation der Bank lässt mich gut schlafen. Wir haben einen Milliardenpolster an Überschussliquidität. " Man habe ausreichend Vorsorge getroffen, sagt der Bank-Chef.
