Forschungsförderung in Österreich

Mäzene des Gesundheitssystems

Die Österreichische Nationalbank ist die zentrale Stelle für "Geldangelegenheiten", unter anderem zuständig für eine stabilitätsorientierte Geldpolitik. Die ÖNB betreibt aber auch einen Jubiläumsfonds, der Wissenschaftsprojekte finanziell unterstützt.

Der Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank besteht seit nunmehr 40 Jahren. Seit der Gründung im Jahr 1966 wurden rund 668 Millionen Euro für rund 8.500 unterschiedliche, wissenschaftliche Forschungsprojekte ausgeschüttet.

Diese reichen von archäologischen Forschungen an den Tempelanlagen von Ephesos über die Entwicklung komplexer ökonometrischer Modelle bis hin zu neuen Therapieansätzen in der Krebsforschung.

2006 werden 102 Forschungsprojekte gefördert

Erst im Juni 2006, hat der Generalrat der Österreichischen Nationalbank beschlossen, dass 50 medizinische Forschungsprojekte mit 2,85 Millionen Euro gefördert werden sollen.

Insgesamt werden 102 Forschungsprojekte mit 5,92 Millionen Euro aus Mitteln des Jubiläumsfonds zur Förderung der Forschungs- und Lehraufgaben der Wissenschaft unterstützt. 154 Anträge wurden abgelehnt.

Förderung der Grundlagenforschung

Anstoß zur Gründung des Fonds im Jahr 1966 war das 150-Jahr-Jubiläum der österreichischen Notenbank. Seit 2004 trägt der Jubiläumsfonds nun jährlich 75 Mio Euro zur Dotierung der neu eingerichteten Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung bei, wodurch Forschungsförderungsinstitutionen wie die FFG und der FWF über langfristige Finanzierungsperspektiven verfügen.

"Der Jubiläumsfonds bleibt aber auch nach Gründung der Nationalstiftung seiner originären Aufgabe treu, in Ergänzung zu den großen Förderungsinstitutionen exzellente Grundlagenforschung in Österreich direkt, flexibel und unbürokratisch zu fördern und zu finanzieren", betont der Gouverneur der Österreichischen Nationalbank Dr. Klaus Liebscher.

Stärkung der Spitzenforschung

Weil sich der Jubiläumsfonds unter anderem auch, neben dem FWF, als einer der wichtigsten Quellen der bottom-up-orientierten Grundlagenforschung in Österreich sieht, wurden einige einschlägige Projekte unterstützt - so auch Forschungen zu Mikrobiellen Arzneistoffmultiresistenzen.

Warum werden immer mehr Keime resistent?

Vereinfacht gesagt geht es dabei um die Frage, warum immer häufiger Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze, Viren usw. gegen bekannte Wirkstoffgruppen wie zum Beispiel Antibiotika Resistenzen entwickeln und bei betroffenen Patienten somit nicht mehr den gewünschten Therapieerfolg erzielen.

Warum diese Entwicklung voranschreitet und welche Mechanismen in den Zellen krankmachender Keime dazu führen, dass bekannte Medikamente einfach nicht mehr helfen, ist wiederum Grundlage für die Erforschung neuer Wirkstoffe.

Erhebungen, Verwaltung und Vernetzung von Daten

In Österreich sind zwar über die Mortalität von Krankheiten relativ viele Details bekannt. Dies gilt jedoch leider nicht für die Häufigkeit von Erkrankungen. Daher versucht das Projekt "Erfassung der Morbidität auf Ebene der medizinischen Primärversorgung" ein derartiges Morbiditätsregisters zu etablieren.

Aus einem derart funktionierenden Register können im besten Fall erstmalig Rückschlüsse auf die tatsächliche Morbidität von Erkrankungen in der Bevölkerung und damit zusammenhängender Parameter gezogen werden. Darüber hinaus könnten mit Hilfe dieser Daten internationale Vergleiche angestellt und individuelle Auswertungen vorgenommen werden.

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Wenn Sie Fragen haben oder live auf Sendung von Ihren Erfahrungen berichten möchten, so können Sie uns während der Sendung unter der Telefonnummer 0800 22 6979 erreichen. Ihr Anruf ist kostenlos. Sie haben auch die Möglichkeit, hier zu posten.

  • Wie sollte Forschungsförderung Ihrer Meinung nach aussehen?
  • Befürworten Sie wissenschaftliche Förderung durch Organisationen und Konzerne?
  • Sollte der Staat mehr Geld in die Forschungsförderung investieren?
Unsere Sendungsgäste Dr. Klaus Liebscher, Gouverneur der Österreichischen Nationalbank, Univ.-Prof. Dr. Peter Chiba vom Institut für Medizinische Chemie an der Medizinischen Universität Wien und Univ.- Prof. Dr. Manfred Maier von der Abteilung für Allgemeinmedizin des Institutes für Medizinische Aus- und Weiterbildung an der Universität Wien freuen sich auf Ihre Fragen.

Mehr zur Forschungsförderung in Österreich in science.ORF.at
FFG zieht zufrieden Bilanz
FWF-Bilanz: Trendumkehr bei Bewilligungen
Forschungsrat: Exzellenz als strategischer Schwerpunkt

Hör-Tipp
Radioktor, Montag, 24. Juli 2006, 14:20 Uhr

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Links
Österreichische Nationalbank - Jubiläumsfonds
FWF - Der Wissenschaftsfonds
FFF - Forschungsförderungsfonds für die gewerbliche Wirtschaft
ÖAW - Österreichischen Akademie der Wissenschaften
FFG - Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft