Comedian aus Südafrika

Tshepo Mogale

Tshepo Mogale ist ein Multitalent. Und ein begnadeter Selbstdarsteller. Er liebt es, sich in strahlend gelbem Outfit zu präsentieren. Und er trägt Sonnenbrillen. Aus Prinzip. Damit er so tun kann, als würde er "in die Zukunft" schauen.

Er hat viele Gesichter, der Tshepo Mogale: Begonnen hat er als Rapper, bekannt geworden ist er als Comedian, geliebt wird er als Kwaito-Star in der TV-Comedy-Show "Pure Monate". Kwaito ist seit mehr als zehn Jahren der angesagte Musikstil, ein wilder Mix aus alten traditionellen Rhythmen, Hip Hop, Dub, House und Jazz. "Die Stimme der Townships" nennt man ihn. Diese Rolle hat ihn auf die Idee gebracht, es doch auch mit einer eigenen Kwaito-CD zu versuchen. Angeblich hat er bereits die Topstars der Szene - DJ Cleo, Mzekezeke und Pitch Black Afro - für sein Projekt begeistert. Muss ein besonders gutes Ding werden, denn diese Ankündigung liegt nun schon eine gute Weile zurück. Aber man weiß ja nie...

Ein neues Südafrika

Und genau weil man ja nie weiß, was auf einen zukommt, hat Tshepo Mogale noch einen "zivilen" Beruf: Er lebt als Bankangestellter in Johannesburg - zumindest steht das in der Kurzbiografie am Schluss der Anthologie "Yizo Yizo", in der Manfred Loimeier Storys aus einem neuen Südafrika vorstellt. Kurzgeschichten schreibt er eben auch, dieser Teufelskerl Tshepo Mogale; knapp, fetzig, grell, wie es seinem Image als straßenerfahrenem Jungrapper entspricht - beziehungsweise seinem TV-Gegenstück, dem Kwaito-Star Spykos in der beliebten TV-Comedy-Show "Pure Monate". Als Spykos muss er dann auch bei so wahnsinnig wichtigen Events wie einem "Benefiz-Schau-Boxen" auftreten, aber das ist eine andere Geschichte!

"In diesem Licht schaut ihr alle gleich aus!"

Tshepo nimmt seine Rolle sehr ernst. Die als Comedian. Als solcher fühlt er sich von einer neuen Aufgabe herausgefordert: die Rassenschranken aufbrechen, zertrümmern, zerstampfen und verschwinden lassen. Durch Lachen. Gemäß dem Spruch, der zwar nicht von ihm stammt, aber die junge Comedy-Szene Südafrikas astrein abbildet: "Hallo, Ihr da unten! Ihr seid alle Inder, right? Egal, in diesem Licht schaut ihr alle gleich aus!"

Das Theoretisieren über die integrierende Kraft nicht-rassistischer Witze ist seine Sache nicht. Aber auch nicht seine Aufgabe, wie er selber zugibt. Ihm genügt es, genügend Lächerliches im täglichen Leben zu finden und dann pure Standup-Comedy draus zu machen. Obwohl er sich manchmal im Ton zu vergreifen scheint. Und dann ertragen muss, dass die Presse über ihn herfällt. Und ihn als Comedian praktisch für gestorben erklärt. Aber das muss ja nichts bedeuten. Er hat ja genug Eisen im Feuer, dieser Tausendsassa Tshepo Mogale!

Mehr zu Südafrikas Literatur in oe1.ORF.at

Hör-Tipp
Terra incognita, Donnerstag, 18. September 2008, 11:40 Uhr

Buch-Tipp
Manfred Loimeier (Hg.), "Yizo Yizo. Storys aus einem neuen Südafrika", Peter Hammer Verlag

Links
BBC - South Africa's new multi-racial comedy
Mmegi - South African clown loses plot at Maitisong