Toni Stooss folgt Agnes Husslein
Führungswechsel in Salzburg
Der Schweizer Toni Stooss folgt mit Beginn 2006 Agnes Husslein-Arco nach. Das beschloss am Mittwoch der Aufsichtsrat nach einem Hearing der beiden bestgereihten Kandidaten. Husslein-Arco hat sich nicht mehr um den Posten beworben.
8. April 2017, 21:58
Der Schweizer Toni Stooss (59) wird mit Beginn 2006 neuer Direktor des Museums der Moderne in Salzburg. Das beschloss am Mittwoch der Aufsichtsrat nach einem Hearing der beiden best gereihten Kandidaten. Stooss folgt damit Agnes Husslein-Arco nach, die sich nach dem Auslaufen ihres Vertrages mit Jahresende nicht mehr um den Posten beworben hat. Sie will aus privaten Gründen zurück nach Wien. 39 Personen waren im Rennen um ihre Nachfolge.
Nun folgen die Vertragsverhandlungen zwischen Land und dem ehemaligen Leiter und Gründungsdirektor der Kunsthalle Wien und des Kunstmuseums Bern, Toni Stooss. Die formelle Bestellung des Chefs für die beiden Häuser (Rupertinum und Museum auf dem Mönchsberg) erfolgt durch die Landesregierung. Da aber sowohl dem Aufsichtsrat als auch der Regierung jeweils Vertreter von SPÖ und ÖVP angehören, dürfte der heute gefasste einstimmige Beschluss gewiss halten.
Bern - Wien - Bern - Salzburg
Toni Stooss wurde am 13. Juli 1946 in Bern geboren und studierte Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Publizistik an der Universität Bern. Er arbeitete zunächst u. a. als Kunstkritiker der "Neuen Berner Zeitung" und begann seine Ausstellungstätigkeit 1972 als Mitglied der "Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst". Von 1978 bis 1982 war Stooss Projektleiter Bildende Kunst und Film/Stellvertretender Leiter des Berliner Künstlerprogramms des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAF). Er eröffnete und leitete in diesem Rahmen auch die DAAD-Galerie in Berlin.
1982 bis 1992 war Stooss Ausstellungsleiter und Konservator am Kunsthaus Zürich und fungierte auch als Berater der Kunstkommission der Schweizerischen Kreditanstalt SKA (bzw. Credit Suisse). 1992 wurde er an die neu gegründete Kunsthalle nach Wien berufen. Er übernahm die Koordination und das Kuratorium der Ausstellungen im Rahmen der Wiener Festwochen. Unter seiner Direktion gab es u. a. große Schauen zu Hausrucker und Co, Oskar Schlemmer oder Alberto Giacometti.
Ab 1996 wurde er vollamtlicher Direktor am Kunstmuseum Bern und implementierte dort eine neue Verwaltungsstruktur. Nach starker öffentlicher Kritik an derselben endete das Arbeitsverhältnis 2001 in gegenseitigem Einvernehmen.
Freie Kuratorentätigkeit
Seit 2002 ist Stooss als freischaffender Kunsthistoriker und Kurator tätig, und betreute u. a. die Ausstellungen "Jean Tinguely" für die Städtische Galerie Klagenfurt (Juni 2003), die "Sammlung Im Obersteg" für das Kunstforum Wien (September 2003), und "Maria Lassnig" für das Kunsthaus Zürich (November 2003) im Zusammenhang mit der Verleihung des Roswitha Haftmann Preises. Zudem ist Stooss Ombudsmann der Internationalen Kunstmesse ART Basel.
Seit 2003 ist er außerdem Leiter der Stiftung Liner Appenzell, zu der die Häuser Museum Liner und Kunsthalle Ziegelhütte gehören. Stooss veranstaltete auch zahlreiche Symposien, Seminare, Filmzyklen und Lesungen, und moderierte Diskussionen und Vorträge. Seit 1999 ist er Präsident der Jury Bildende Kunst der Kiefer Hablitzel Stiftung.
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Museum der Moderne
