Ein genialer Physiker

Am 18. April 1955, 50 Jahre nach Verkündung der speziellen Relativitätstheorie, starb der Physiker Albert Einstein. Eine geplatzte Schlagader im Bauch lässt ihn im Alter von 76 Jahren innerlich verbluten. Seine Asche wird an einem geheimen Ort verstreut.

Kurz nach Einsteins Tod werden viele Spuren des berühmten Wissenschafters verwischt. Seine zwei Nachlassverwalter, Freund Otto Nathan und die Sekretärin Helene Dukas, gehen in Einsteins Haus sowie in seinem Labor am Institute for Advanced Studies (IAS) alle Briefe und Dokumente durch und vernichten, was das Ansehen des Genies posthum beflecken könnte. So gibt Einsteins Leben der Nachwelt auch 50 Jahre nach seinem Tod noch Rätsel auf.

Der Kampf um den guten Ruf

Erhalten bleiben Einsteins umwälzende Erkenntnisse, allen voran die Relativitäts- und die Quantentheorie, seine Korrespondenz als Jude, Linker, Pazifist und Querdenker und der schriftliche Gedankenaustausch mit namhaften Kollegen und Freunden.

Als Schwiegertochter Frieda einen Stapel früher Liebesbriefe entdeckt und als Buch herausgeben will, schieben ihr Einsteins Nachlassverwalter per Gerichtsurteil einen Riegel vor. In anderen Prozessen unterliegen Nathan und Dukas und müssen hinnehmen, dass nach und nach auch Schattenseiten des Jahrhundertgenies ans Licht kommen.

Kein schlechter Schüler

Geboren wurde Albert Einstein am 14. März 1879 in Ulm in Deutschland. Aufgewachsen ist er in München, dort besuchte er auch Volksschule und Gymnasium. Über Einsteins schulische Leistungen gibt es widersprüchliche Aussagen. Die immer wieder geäußerte Behauptung, er sei ein langsamer, schlechter Schüler gewesen, stimmen nicht, da er durchwegs gute Noten hatte. Obwohl er nicht immer am Unterricht interssiert war.

Seinen Hochschulabschluss machte er 1896 an der Kantonschule Aarau in der Schweiz. Damit war der Weg für ein Studium an der Polytechnischen Schule in Zürich frei, 1900 erhielt er ein Diplom eines Fachlehrers für Mathematik und Physik. Seinen ersten Job erhielt er am Berner Patentamt.

Erste Publikationen

In seiner Freizeit musste der Physiker aber schon intensiv wissenschaftlich gearbeitet haben. 1905 veröffentlichte der in Wissenschafterkreisen anfangs völlig Unbekannte gleich mehrere Arbeiten, die allesamt bis heute als bahnbrechend angesehen werden.

Die erste Publikation beschäftigte sich mit der so genannten Lichtquantenhypothese, also der bis heute gültigen Vorstellung, dass Licht sich bisweilen so verhält, als bestünde es aus einzelnen Teilchen - Photonen. Für diese Leistungen - und nicht, wie man meinen könnte, für die bekanntere Relativitätstheorie - erhielt Einstein 1922 den Nobelpreis für Physik, allerdings für das Jahr 1921. Der eigentliche Preisträger des Jahres 1922 war Nils Bohr.

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