Symposion an der Universität Wien

Wachstum in Zentral- und Osteuropa

Mehr als 100 Referenten aus 12 Ländern haben Ende vergangener Woche an der Universität Wien die Frage diskutiert, wie dauerhaft das Wachstum in Zentral- und Osteuropa ist. Österreichs Ausgangsposition ist nach wie vor sehr gut.

Die Universität Wien hat am 18. und 19. November unter dem Titel "Wie dauerhaft ist das WACHSTUM in Zentral- und Osteuropa?" ein Symposium organisiert. Mehr als 100 Vortragende aus 12 Ländern haben daran teilgenommen und haben mit Top-Managern und Wissenschaftlern aus CEE versucht nicht gegen- sondern miteinander Zukunftsszenarien für die Region zu skizzieren. Schon die Liste der Sponsoren und Partner der Veranstaltung, unter anderem die Mobilkom Austria, UNIQA, Erste Bank, Neumann International, CMS betonen die Wichtigkeit, die dieser Raum für Österreich hat.

Welche Strategien verfolgen die Top-Unternehmen in der CEE wirklich und welche Faktoren bremsen bzw. fördern das Geschäft in der Region? Das Themenspektrum am ersten Tag reichte von "Standortwettbewerb" und "Privatisierungen" bis hin zu "Wissenschaft als Wachstumsmotor". Die Module am zweiten Tag befassten sich vertiefend mit den Bereichen Humankapital, Unternehmensorganisation, Finanzmärkte und gesellschaftlicher Wandel in CEE.

Im zweitägigen intensiven Tagesablauf mit so vielen Gästen konnte man keine konkreten Antworten geben, aber die wichtigsten Punkte konnte man aus Vorträgen und daran entstandenen Diskussionen klar stellen.

Wirtschaftliche und politische Bedeutung

Schwerpunkt des Diskurses waren die österreichischen Nachbarnstaaten, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, sowie die nächsten EU-Beitrittskandidaten Rumänien, Bulgarien und Kroatien. Und auch Serbien führt schon mit der EU Gespräche über mögliche Beitrittsverhandlungen.

Österreichische Unternehmer, Finanz-, Beratungs- und Management-Organisationen gehören zu den stärksten Investoren in diesen Ländern. Österreich hat aus historischen und geopolitischen Gründen einen großen Vorteil anderen Ländern gegenüber, sich auf diesem Markt, der mehr als 100.000 Einwohner hat, zu etablieren.

Es scheint, dass die österreichischen Firmen das verstanden haben, wenn es nach den Vorträgen des zweitägigen Symposions geht. Viele von ihnen spielen schon in der Region von Zentral- und Süd-Osteuropa die führende Rolle in ihrem Bereich.

Stolpersteine

Trotzt des merklichen Optimismus, der die bessere Zukunft der Region nicht ausschließt, sind sich fast alle Teilnehmer einig, dass einige Störfaktoren noch immer die Arbeit in diesem Feld erschweren.

Der Bruch zwischen der früher herrschenden zentralisierten Wirtschaft und dem freien Markt hat eine tiefe Kluft verursacht. Neben Clan-ähnlichen Verhältnissen, die in einigen Ländern stark spürbar sind und der Korruptionsrate, die höher als in den westeuropäischen Ländern ist, gehört die fehlende Übereinstimmung der jeweiligen Rechtsysteme mit denen der EU, zu den größten Hürden, die die Entwicklung in Zentral- und Süd-Osteuropa behindern.