Hormonelle oder natürliche Verhütung

"Geschützte Liebe"

Verunsichert durch die Diskussion über die Hormonersatztherapie erwägen immer mehr Frauen nichthormonelle oder natürliche Verhütungsmethoden als Alternative. Die Zuverlässigkeit der gewählten Verhütungsmethode kann allerdings unterschiedlich sein.

Wenn es um hormonelle Methoden geht, spielen auch allfällige Kontraindikationen wie Rauchen, Thrombosegefahr, Brustkrebsrisiko etc. eine Rolle. Ein weiterer Punkt sind die Nebenwirkungen. Bei der Pille und anderen hormonellen Verhütungskonzepten kann es doch im Einzelfall zu einer Reihe von Nebenwirkungen wie Zwischenblutungen, Brustschmerzen, Gewichtszunahme, psychischen Verstimmungen usw. kommen.

Auch bei Gebrauch der Spirale können Nebenwirkungen wie Entzündungen, Zwischenblutungen, Schmerzen etc. auftreten. Alle chemische Verhütungsmethoden (Zäpfchen, Cremes, Gels etc.) können im Einzelfall zu Brennen und Hautreizungen führen.

Natürliche Verhütungsmethoden

Darunter fallen u.a. die Kalender-, die sympto-thermale -, die Temperatur-, die Knaus-Ogino-Methode usw. Alle natürlichen Methoden der Empfängnisverhütung haben aber den Nachteil, dass das Liebesleben nach Zeitplan erfolgen muss und relativ wenig Spontaneität möglich ist.

Für Frauen mit einem instabilen Zyklus sind diese Methoden nicht geeignet. Auch Frauen mit starken beruflichen Belastungen oder Schichtdiensten sollten andere Methoden der Empfängnisverhütung wählen.

Hormonelle Verhütungsmethoden

An erster Stelle aller Verhütungsmethoden steht noch immer die mittlerweile über 40 Jahre alte Anti-Baby-Pille - weit über 400.000 ÖsterreicherInnen nehmen sie.

Hormonelle Kontrazeptiva enthalten synthetische Sexualhormone, die in ihrer Wirkung den körpereigenen Östrogenen und Gestagenen ähnlich sind. Während der Hormoneinnahme kommt es zu keinem Eisprung.

Die unterschiedlichen Präparate

Die meisten Pillen sind Mikropillen. Diese enthalten sehr geringe Hormonmengen (weniger als 0,05 mg Östrogen).

Bei 1-Phasen-Präparaten enthält jede einzelne Pille die gleiche Menge an Östrogenen und Gestagenen. Diese Pillen werden vor allem jungen Mädchen verschrieben.

2-Phasen- und 3-Phasen-Pillen enthalten unterschiedliche Mengen an Östrogenen und Gestagenen. Dadurch sollen die zugeführten Hormonmengen dem natürlichen Zyklus ähneln. Nachteil: die Einnahme muss täglich immer zum selben Zeitpunkt erfolgen.

Superlight und Mini-Pillen

Superlight-Pillen sind ähnlich sicher, wie die herkömmliche Pille. Durch die noch geringere Hormondosis gibt es aber seltener Nebenwirkungen und der Einnahmemodus ist einfacher.

So genannte Mini-Pillen enthalten nur Gestagen, verhindern somit normaler Weise nicht den Eisprung, sondern entfalten Ihre Wirkung an der Gebärmutterschleimhaut, indem sie den Schleim im Gebärmutterhals verdicken.

Die neuen Konzepte

In den vergangenen Jahren haben neue hormonelle Kontrazeptiva die Wahlmöglichkeiten erweitert.

Rund 190.000 Österreicherinnen greifen bereits zu den erst kürzlich auf dem Markt erschienenen empfängnisverhütenden Hormonen, die in Pflaster, Scheidenring, Stäbchen oder Spirale eingearbeitet sind. Deren Vorteil - frau muss nicht täglich ans Schlucken denken. Vor allem mit dem Verhütungspflaster (seit Herbst 2003 in Österreich am Markt) dürfte man den Nerv der Zeit getroffen haben.

Die Zuverlässigkeit der Methoden

Der Pearl-Index gibt Aufschluss über die Zuverlässigkeit einer Methode.

Wenn 100 Frauen eine Methode 12 Monate anwenden, entspricht die Zahl der ungewollten Schwangerschaften dem Pearl Index. Der Pearl-Index der Pille ist 0,2-0,9, der des Kondoms 4. Mit anderen Worten: 2-9 Frauen von 1000 bekommen innerhalb eines Jahres ungewollt ein Kind, wenn sie regelmäßig die Pille einnehmen und ca. 40 von 1000, wenn sie mit Kondomen verhüten.

ZuverlässigkeitMethodeVersagerquote
Sehr hohe bis gute ZuverlässigkeitPille0,1
Sehr hohe bis gute ZuverlässigkeitMinipille0,5
Sehr hohe bis gute ZuverlässigkeitKupferspirale1
Sehr hohe bis gute ZuverlässigkeitHormonspirale0,16
Sehr hohe bis gute ZuverlässigkeitHormonimplantat0-0,7
Sehr hohe bis gute Zuverlässigkeit3-Monatsspritze0,3
Sehr hohe bis gute Zuverlässigkeitsympto-thermale Methode1-2
Mittlere ZuverlässigkeitTemperatur-Methode9
Mittlere ZuverlässigkeitKondom3-5
Mittlere ZuverlässigkeitDiaphragma6
Mittlere ZuverlässigkeitSchaum-Ovulum5-10
Mittlere ZuverlässigkeitAndere chemische Mittel3
UnzuverlässigCoitus interruptus15-35
UnzuverlässigKnaus-Ogino-Methode15-35
UnzuverlässigBillings15-35

Nur Kondome schützen gegen Aids und andere sexuell übertragbare Krankheiten.

Diskutieren Sie mit und stellen Sie Ihre Fragen:

  • Welche Vor- und Nachteile haben die jeweiligen Verhütungsmethoden?
  • Inwieweit ist Verhütungsverhalten kulturell geprägt?
  • Welche Qualitätskriterien legen Sie an eine Verhütungsmethode an?
  • Wann kommt die "Pille für den Mann"?
Rufen Sie während der Live-Sendung unter der kostenlosen Telefon-Nummer 0800 22 6979 an, oder posten Sie hier. Ihre Anliegen werden in die Sendung einfließen.