Konstanze Ackermann, Klassisches Saxofon

Sie wurde von den Eltern gefördert: Konstanze Barbara Ackermann, die seit 2006 an der Konservatorium Wien Privatuni Saxofon studiert. Zwar wechselte die Fidelio-Preisträgerin 2007 kurz zur Klarinette, entschied sich letztlich aber doch für das Saxofon.

Aus: E. Denisovs Sonate f. Altsaxophon und Klavier

"Meine Eltern sind zwar beide keine Musiker, aber ich wurde ich immer von zuhause gefördert, jedoch nie unter Druck gesetzt. Aus Interesse begann ich zunächst mit dem Klavierspielen. Das Saxofon reizte mich, weil meine Schwester in einer Blasmusikkapelle Querflöte spielte - und ich mitspielen wollte. Bewusst getroffen habe ich die Entscheidung, Musikerin zu werden, mit etwa 16, als ich das erste Mal bei 'Jugend musiziert' Erfolg hatte und mir Gedanken über meine Berufswahl machte", erzählt Konstanze Barbara Ackermann, gebürtige Deutsche aus Speyer, die nun seit 2006 an der Konservatorium Wien Privatuniversität bei Lars Mlekusch den Master-Studiengang "Klassisches Saxofon" absolviert.

Ihren ersten Klavierunterricht erhielt sie mit acht Jahren. Mit elf begann sie mit dem Saxofon bei Michael Gilb an der Kreismusikschule Ludwigshafen. 1998 wechselt sie zunächst zur Klarinette bei Hans Pfeifer, der an der Musikhochschule Mannheim unterrichtete. "Es war die Idee meines Professors, da er meinte, dass die Möglichkeiten mit dem Saxofon eher gering seien. Und mit der Klarinette sollte ich ein zweites Standbein haben, um eine Orchesterstelle zu bekommen. Ein halbes Jahr lang habe ich dann Klarinette studiert - aber es war ein innerer Kampf. Und letztlich habe ich mich doch für das Saxofon entschieden", so die junge Saxofonistin, die im Sommer 2008 ihr Studium abschließen wird.

Im Jahr 2001 begann Ackermann schließlich mit dem Saxofon-Studium an der Musikakademie der Stadt Basel bei Marcus Weiss und Lars Mlekusch. "In Deutschland sind es oft Klarinettisten, die Saxofon unterrichten. Daher entschloss ich mich für ein Studium in der Schweiz", berichtet Ackermann, die 2005 ihr Lehrdiplom mit sehr gutem Erfolg ablegte.

Vom Klang des Saxofons fasziniert

"Es ist einfach der Klang des Saxofons, der mich fasziniert - und man kann mit diesem Instrument sehr viel machen. Da das Saxofon sehr viele klangliche und technische Möglichkeiten hat, kann damit man auch Alte Musik oder Werke der Romantik spielen", erläutert Ackermann.

Als Herausforderung sieht Ackermann eine Besonderheit dieses Instruments: "Die Saxofon-Familie besteht ja aus dem Sopran-, dem Alt-, Tenor- und dem Bariton-Saxofon. Sie alle reagieren anders, haben unterschiedliche Techniken und eine unterschiedliche Intonation. Und man sollte sie alle einigermaßen beherrschen. Meist fängt man mit dem Alt-Saxofon an."

Ein junges Instrument

"Da das Instrument ein relativ junges Instrument ist - es stammt aus dem Jahr 1840 - ist die Literatur nicht so umfangreich. Aber durch die Transkriptionen hat man doch einige Möglichkeiten. Und in der modernen Musik gibt es einiges an Stücken", erklärt Ackermann.

Zur wichtigsten Saxofon-Solo-Literatur zählen u. a. Jacques Iberts "Concertino da camera", Alexander Glasunows Saxofonkonzert Es-Dur op. 109 sowie Claude Debussys Rhapsodie.

Vielfältige Tätigkeit

"Feste Orchesterverpflichtungen fallen für das Saxofon eher weg. Hier ist es die Kombination verschiedener Tätigkeiten. Wichtig sind mir solistische Auftritte sowie die Arbeit mit Ensembles. Und ich möchte auf jeden Fall auch als Pädagogin tätig sein", berichtet die Nachwuchsmusikerin.

Konzerte im In- und Ausland

Mittlerweile verfügt die junge Saxofonistin, die seit ihrem 16. Lebensjahr auftritt, bereits über einige Konzert-Erfahrung: so ist sie bisher unter anderem in Musikverein Wien, im Künstlerhaus, im ORF-RadioKulturhaus sowie in Deutschland aufgetreten.

Fidelio-Preisträgerkonzert im RadioKulturhaus

In diesem Jahr gewann Konstanze Ackermann den Fidelio-Wettbewerb 2007, in dessen Rahmen sie das mit 5.400 Euro dotierte Große Fidelio-Jahresstipendium erhielt und beim Preisträger-Konzert im RadioKulturhaus auftrat. Eine CD der Veranstaltung wird in Kürze im ORF-Shop erhältlich sein.

Zahlreiche Preise und Stipendien

Und die ambitionierte Saxofonistin hat mittlerweile auch zahlreiche Preise gewonnen: so unter anderen sieben Preise bei den Wettbewerben "Jugend Musiziert" in den Sparten "Duo für Klavier und ein Blasinstrument" und "Saxofon solo", 1997 den 3. Preis beim 13. Südwestdeutschen Kammermusikwettbewerb der Stadt Bad Dürkheim um den Karel-Kunc-Musikpreis, 1999 den "Bruno-Hermann-Preis", 2000 den 1. Bundespreis bei "Jugend musiziert" und war heuer Gewinnerin des Fidelio-Jahreswettbewerbs der Konservatorium Wien Privatuniversität.

1997 erhielt Ackermann ein Stipendium der Kreissparkasse Ludwigshafen am Rhein sowie heuer jenes der HFP Steuerberatungsgesellschaft mbH.

Meisterkurse bei bedeutenden Lehrern

Zu ihrer Weiterentwicklung haben auch die zahlreichen Meisterkurse, die die Nachwuchs-Saxofonistin besuchte, beigetragen:

So nahm sie 2000 am 36.Deutschen Kammermusikkurs in Schloss Weikersheim statt und absolvierte Kurse bei renommierten Saxofonisten wie Arno Bornkamp, Claude Delangle, Vincent David, Jean Denise Michat, Daniel Gauthier, Jean-Georges Koerper und den Mitgliedern des Habanera-Quartetts. 2005 arbeitete sie mit Maria Noel Luzardo in Buenos Aires zusammen.

Ensemble-Arbeit, Solistin und Pädagogin

In diesem Sommer wird die Nachwuchsmusikerin wieder Meisterkurse bei Arno Bornkamp und Vincent David absolvieren. Weiters plant sie mit einer befreundeten Cellistin Konzerte in Österreich und Deutschland.

Wie die Zukunftswünsche der jungen Saxofonistin lauten? "Ich möchte als Solistin auftreten und mit Ensembles zusammenarbeiten. Und auf jeden Fall auch als Pädagogin tätig sein", so Konstanze Ackermann.