Opera quarta spielt Leclair
Diapason d'or
"Eine Reihe, die sich immer wieder durch Trouvaillen hervortut" sei die ORF-Edition Alte Musik, so die "Salzburger Nachrichten". Nun hat Jean-Marie Leclairs "Recréation en musique", in dieser Edition erschienen, einen wichtigen Plattenpreis errungen.
8. April 2017, 21:58
Die Fachzeitschrift "Grammophone" zeigte sich bereits von der ORF-Edition Alte Musik beeindruckt, sie sei "an impressive series of early music recordings, the repertoire almost always remarkably obscure".
Soeben vergab die wichtigste französische Musikzeitschrift Diapason in ihrer Juli/August-Ausgabe ihre höchste Auszeichnung, die goldene Stimmgabel (Diapason d'or), für die ORF-Edition Alte Musik.
"Fülliges Klangbild"
Jean-Marie Leclairs "Recréation en musique" (Sonaten und Ouvertüre aus op. 4 und op. 13), interpretiert vom Ensemble "Opera quarta". Die technische Qualität der Aufnahme wird sowohl generell wie auch für SACD mit 8,5 von 10 Punkten bewertet, vom Rezensenten Philippe Ramin mit den Worten umschrieben: "Fülliges Klangbild, klar umrissen, sehr schön differenzierte Aussteuerung, gute Dynamik, schöne Integration in die Akustik des Aufnahmeraums."
Zur künstlerischen Qualität bemerkt Ramin:
Einige der persönlichsten Passagen Leclairs - sie alle in Trios - veredeln die jungen Musiker mit sehr eloquenter Bogentechnik, aufmerksam in der Gestaltung von Details und Phrasen. Auf die Nutzung der dynamischen Möglichkeiten ebenso wie auf den Ausdrucksgehalt der Komposition bedacht, reüssiert das Ensemble in jeder Hinsicht: Im elegischen Gesang etwa des Airs der Sonate op. 4. Nr. 4, wo die zweite Violine den Basspart übernimmt, oder in der Sarabande, die, üblicherweise als Tanz verstanden, sich hier mit zarten vokalen Akzenten darstelle. Das Largo der Sonate op. 4. Nr. 1 ist in seiner Darstellung souverän mit fremdartigen Fragestellungen durchsetzt. Die Bogenposition von Sophie Gent und Tuomo Suni und die Reinheit ihrer Intonation machen die Aufnahme zu einer bemerkenswerten Leistung, die den Text mit ungewöhnlicher Autorität sprechen lässt und erfreuliche Frische an Inspiration bezeugt. Die Presti Vivaldischer Art schillern in geistreichen und glanzvollen Farbwerten, ohne jede Spur von Anstrengung. Die Pirouetten im Allegro der Ouvertüre Op. 13 Nr. 3 fließen kraftvoll und leicht, so wie man es eben von einem Musiker erwartet, der wie Leclair auch Ballett-Tänzer war. Dieses Ideal an Anmut, diese wunderbare Verbindung von Corellischem Gesang mit dem Reichtum der vielen retardierenden Elemente französischen Stils spiegelt sich in einem edlen und erfindungsreichen Ton, der den klangreichen Zugriff des Komponisten einfühlsam wiederaufleben lässt.
Hör-Tipp
Alte Musik - Neu interpretiert, Dienstag, 3. Juli 2007, 19:30 Uhr
CD-Tipp
Jean-Marie Leclair, "Recréation en musique", Opera quarta, ORF Edition Alte Musik, ORF SACD 491, erhältlich im ORF-Shop
Links
Grammophone
Salzburger Nachrichten
