Gitarrist mit Opernfaible

Steiermarks Musiker des Jahres

Armin Egger ist eine herausragende Erscheinung des steirischen Musiklebens. Der Gitarrist ist bestrebt, die seinem Instrument innewohende Vielfältigkeit zur Geltung zu bringen. Der Künstler gibt als musikalisches Vorbild keinen Gitarristen an.

Armin Egger über sein Selbstverständnis als Musiker

Die Musik zu spüren, ihr nachzuspüren, und sich im Moment des Spielens für die bestimmte Art der interpretatorischen Ausdeutung der Töne zu entscheiden (und immer wieder neu zu entscheiden), die dem momentanen Empfinden des musikalischen Ausdrucks entspricht. Das bedeutet für den steirischen Gitarristen Armin Egger musizieren, Musik machen.

Darum erlebt auch der Zuhörer die Werke in seinen Konzerten immer wieder neu, frisch, spontan. Die musikalische Empfindungswelt überträgt sich unmittelbar.

Studium in Graz und London

Graz, London und Wien - diese drei Städte bilden die zentralen Punkte im Leben von Armin Egger. In Graz, in seiner Heimatstadt, hat er das Musizieren entdeckt, hat er seine Förderer und Lehrer gefunden, Elisabeth und Heinz Irmler, hier hat er an der Kunstuniversität studiert.

Die anglophile Ader hat den Gitarristen dann schließlich nach London geführt, wo er - kurioserweise noch während seines regulären Studiums in Graz - innerhalb von zwei Jahren an der Royal Academy ein postgraduales Studium abgeschlossen hat.

Lehrer an der Kunstuniversität

Armin Egger würde gerne in London leben. Der Musiker ist überzeug davon, in einem früheren Leben Engländer gewesen ist. Aber Wien - wo er jetzt wohnt - ist ja auch nicht schlecht. Wöchentlich fährt Egger von Wien nach Graz, um nun selbst an der Kunstuniversität zu unterrichten.

Üblicherweise frage ich meinen Gesprächspartner nicht nach musikalischen Vorbildern, um nicht den Eindruck zu vermitteln, ihm keine eigenständige Künstlerpersönlichkeit zuzugestehen. Bei Armin Egger habe ich eine Ausnahme gemacht - und die Antwort war überraschend.

Überraschendes musikalisches Vorbild

Die Sängerin Edita Gruberova ist das große musikalische Vorbild des Gitarristen, stellt sie doch eine unglaubliche technische Perfektion in den Dienst der musikalischen Interpretation. Vor allem beeindruckt ihn ihre Fähigkeit durch dynamische Abstufungen eine ungeheure Spannung aufzubauen. Dem will Armin Egger nacheifern.

Kein Wunder. Seine Leidenschaft gehört der Oper, einem Bereich, in dem die Gitarre nicht besonders ausführlich mit musikalischen Aufgaben bedacht wurde. Aber Armin Egger kann sich zumindest mit den Opern-Fantasien, in die die verschiedensten Komponisten die Opernmelodien von Bizet über Verdi bis Wagner verpackt und zu virtuosen Kunststücken ausgestaltet haben, trösten.