Schlechte Lebensqualität

Sodbrennen

Rund die Hälfte aller Menschen in Österreich leidet ab und zu an dem unangenehmen Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre. Wer allerdings zweimal wöchentlich und/oder auch nachts unter Sodbrennen leidet, der sollte rasch einen Arzt aufsuchen.

Zwischen 15 und 20 Prozent der Bevölkerung in Österreich sind von einer Refluxkrankheit betroffen. Experten sprechen von der gastrointestinalen Refluxösophagitis (GERD), die dringend behandelt werden muss, um Folgeschäden zu vermeiden.

Die Lebensqualität der Betroffenen ist schlecht. Internationale Studien haben gezeigt, dass Menschen, die an einer Refluxkrankheit leiden, eine deutlich schlechtere Lebensqualität aufweisen, als etwa Bluthochdruckpatienten oder Herzkranke.
Nur Menschen mit psychischen Erkrankungen schätzen ihre Lebensqualität noch niedriger ein. Eine Behandlung der Refluxkrankheit ist also nicht nur wichtig, um schwerwiegende Folgeerscheinungen zu bekämpfen, sondern auch um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Viele Folgeerkrankungen
Wird die Refluxkrankheit nicht rasch und suffizient behandelt, kann es zu einer ganzen Reihe von unangenehmen Folgeerscheinungen kommen. Diese reichen von morgendlicher Heiserkeit über Mundgeschwüre und Zahnschäden bis hin zu Asthma und rezidivierenden Lungenentzündungen.

Lebensstiländerung
Das Mittel der ersten Wahl gegen Sodbrennen ist die Lebensstiländerung. Der Verzicht auf fettes Essen, auf Alkohol - insbesondere Weißwein - auf Nikotin, Koffein und eine Gewichtsabnahme können zu einer Besserung der Erkrankung beitragen. Menschen mit Übergewicht leiden besonders häufig unter einer Refluxkrankheit - die Gewichtsabnahme ist hier oberstes Gebot. Erst wenn Lebensstiländerungen allein die Refluxkrankheit nicht oder in nicht ausreichendem Maß bessern, kommen Medikamente zum Einsatz. Seit vielen Jahren hat sich der Einsatz von Protonenpumpenhemmern (PPI) bewährt.

Bewährte Medikamente
PPI verringern die Produktion der Magensäure und helfen so, den Reflux zu mindern. Es handelt sich hier allerdings "nur" um eine symptomatische Behandlung. Eine Heilung der Refluxkrankheit ist damit nicht möglich. Die früher ebenfalls zur Behandlung der Erkrankung eingesetzten H2-Blocker werden heute nur noch zur "Probetherapie" eingesetzt.

Eine Probetherapie wird vor allen invasiven diagnostischen Maßnahmen eingesetzt, um festzustellen, ob sich das Sodbrennen unter dieser Therapie bessert, oder ob die Beschwerden weiterhin aufrecht bleiben. Versagt die Probetherapie, müssen weitere diagnostische Maßnahmen, wie etwa die Spiegelung der Speiseröhre und des Magens mit dem Endoskop, durchgeführt werden.

Der operative Eingriff
Bei besonders hartnäckigen Fällen der Erkrankung, wenn die Medikamente nicht ausreichend wirken oder auch dann, wenn Betroffene nicht mehr täglich Medikamente schlucken wollen, kann auch eine Operation die Refluxkrankheit heilen.

Bei der so genannten Fundoplicatio werden Teile des Magens manschettenförmig um die Speiseröhre gefaltet, um den gestörten Schließmechanismus auszugleichen. Dadurch wird die Schließmuskelfunktion unterstützt und der Magensaft kann nicht mehr in die Speiseröhre fließen. Dieser Eingriff wird "knopfloch-chirurgisch", also nur mit kleinsten Schnitten in der Bauchdecke durchgeführt. Daher ist die Fundoplicatio - Operation für die Patienten kaum belastend.

Erfahrung ist wichtig
Allerdings sollten nur ausgewiesene Experten diesen Eingriff durchführen, da die Komplikationsrate sonst bis zu 20 Prozent betragen kann. Wird von einem Spezialisten in einem Kompetenzzentrum operiert, sinkt die Komplikationsrate auf 0,3 Prozent. In Österreich können sich Betroffene an zwei chirurgische Kompetenzzentren wenden: Das Krankenhaus in Krems und das Krankenhaus in Zell am See.

Die neueste Entwicklung ist die endoskopische Fundoplicatio. Dabei wird der Eingriff durch ein Endoskop durchgeführt, das durch die Speiseröhre in den Magen vorgeschoben wird.

Diskutieren Sie mit!

Wenn Sie Fragen haben, oder von Ihren eigenen Erfahrungen berichten möchten, dann rufen Sie während der Sendung unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 22 6979 an, oder posten Sie hier.

  • Haben Sie den Verdacht, dass Sie unter einer Refluxkrankheit leiden könnten?
  • Nehmen Sie schon länger Medikamente gegen Sodbrennen, und dies leider nur mit mäßigem Erfolg?
  • Haben Sie Fragen zu chirurgischen Maßnahmen?
  • Wurden Sie bereits operiert und es kam zu Komplikationen?

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Hör-Tipp
Radiodoktor, Montag, 7. Juli 2008, 14:20 Uhr