Wie Filme vom PC ins Wohnzimmer ziehen
Open Source für den Fernseher
Die Zukunft des Internet-Fernsehens liegt im Wohnzimmer. Die meisten Anbieter setzen auf eigene Set-Top-Boxen. Das Open-Source-Projekt Boxee hingegen wird von unzähligen Enthusiasten auf der ganzen Welt entwickelt und läuft auf Linux, Mac und dem Apple-TV-Gerät.
8. April 2017, 21:58
Die Zukunft des Fernsehens sorgt immer wieder für zahlreiche Spekulationen. Gerätehersteller und Online-Diensteanbieter versprechen ihren Kunden seit Jahren Internet-Mehrwertdienste direkt auf dem TV-Bildschirm.
Die neueste Idee: Yahoo will in Kooperation mit Firmen wie Sony und Samsung kleine Info-Elemente mit Börsenkursen, Wetterberichten und Nachrichtentickern auf den Fernsehbildschirm bringen. Zuschauer sollen mit diesen so genannten Widgets während des Fernsehens direkt auf zahllose Internet-Dienste zugreifen können.
Das Notebook auf dem Schoß
Für viele Zuschauer ist ein derartiges Nebeneinander von Internet und TV längst Realität. An Stelle teurer Fernseher mit Internet-Zugang nutzen sie dazu einfach das Notebook auf dem Schoß. Während im Hintergrund weiter der Fernseher läuft, aktualisieren sie ihre Facebook-Profile und plaudern per Chat mit ihren Bekannten. Oder sie lassen die Flimmerkiste gleich ganz aus und schauen sich statt dessen lieber Videos auf Youtube.com an.
Die Macher der neuen Medienplattform Boxee glauben, dass die wichtigsten Impulse für die Zukunft des Fernsehens von diesen Zuschauern der Youtube-Generation kommen. Boxee hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, Internet-Videos und Online-Plattformen wie Facebook mit der Welt des TVs zu verbinden, ohne dafür auf teure neue Fernseher mit Internet-Zugang zu warten.
Notebooks mit Fernbedienung
Die Anfang Januar veröffentlichte Software bietet Computer-Nutzern die Möglichkeit, mit einer extrem einfachen Benutzerüberfläche auf diverse Online-Video-Plattformen zuzugreifen. Dies ermöglicht beispielsweise, ganz einfach das Notebook an den LCD-Fernseher anzuschließen und damit durch die Online-Fernsehwelten zu navigieren.
Boxee unterstützt dafür ganz bewusst von Anfang an Apples Macintosh-Notebooks. "Diese werden mit einer netten Fernbedienung ausgeliefert", erklärt Boxee-Produktmanager Dave Mathews.
Fernsehen als soziales Erlebnis
Boxee will langfristig auch auf anderen Endgeräten verfügbar sein. Gegen die Konkurrenz von Yahoo und Sony will man mit Hilfe von sozialen Empfehlungsmechanismen bestehen, die man sich von Websites wie Facebook oder Myspace abgeguckt hat.
So bekommen Nutzer automatisch angezeigt, was sich ihre Freunde gerade so anschauen. "Früher unterhielten sich Leute im Büroflur darüber, wer J.R. erschossen hatte", so Mathews. Heute könne eine Software wie Boxee dabei helfen, Fernsehen wieder zu einem sozialen Erlebnis zu machen.
Hör-Tipp
matrix, Sonntag, 18. Jänner 2009, 22:30 Uhr
Link
Boxee
