Angela Smigoc, Schauspielerin

Zum Theater kam sie durch einen Zufall: Angela Smigoc, Jahrgang 1982, die ihr Schauspiel-Studium am Wiener Reinhardt Seminar bereits beendet hat. Ab Herbst 2010 tritt die erfolgreiche Schauspielerin, die davor am Volkstheater Wien Stückverträge hatte, nun am Landestheater Linz ein Fixengagement an.

A. Smigoc in Ö1 Hörspiel "Monologe plus" (2008)

"Zum Theater kam ich zufällig. Mein kleiner Bruder, der vier Jahre jünger ist, war mit dem Sohn einer Intendantin befreundet. Er spielte damals im 'Räuber Hotzenplotz' einen Stern und meine Schwester einen Mond. Und da meine Schwester eine Vorstellung nicht spielen konnte, habe ich diese Rolle übernommen. Das war mein erster Kontakt mit dem Theater, dann kamen Statisterie und Sommertheater dazu.

Es entwickelte sich von Stück zu Stück. Die Rollen wurden größer, dann kam Erwachsenen-Theater dazu. Und ich begann mit dem Theater bereits Geld zu verdienen. Schließlich fiel die Entscheidung, eine profunde Ausbildung zu machen um die Berechtigung zu haben, in diesem Beruf zu arbeiten", berichtet Angela Smigoc, gebürtige Deutsche aus Meerbusch in Nordrhein-Westfalen, Jahrgang 1982, über ihre Anfänge.

2005 begann sie mit ihrer Ausbildung am Wiener Max Reinhardt Seminar. Den praktischen Teil hat sie 2009 bereits abgeschlossen, den theoretischen Teil, in dem sie sich mit Neil La Butes "Großem Krieg" auseinandersetzt, im Jänner 2010 beendet.

Rollen-Unterricht hatte Smigoc hatte sie bei Artak Grigorjan, Karlheinz Hackl, Rosee Riggs und bei Nikolaus Windisch-Spoerk.

Bereits vor ihrem Abschluss am Friedrich-List-Gymnasium in Gemünden am Main, wo sie 2002 maturierte, hatte sie bis 2005 Kinder- und Jugendtheater gemacht.

Von 1999 bis zum Beginn ihrer Schauspiel-Ausbildung am Reinhardt Seminar war Angela Smigoc als freie Schauspielerin und Regieassistentin im Raum Würzburg und Frankfurt/Main tätig.

Der Text als Grundlage

"Im Zentrum jeder Rolle steht für mich zunächst der Text. Durch ihn bekomme ich Einblick in das Gedankenkonstrukt der jeweiligen Figur. Ich glaube, dass jedes Wort, so wie es geschrieben steht, wichtig ist. Denn sonst würde es die Person anders ausdrücken", erläutert Smigoc ihren künstlerischen Zugang.

Ab Herbst 2010 Fixengagement in Linz

Und im Frühjahr erfuhr Angela Smigoc, dass sie ab Herbst 2010 am Landestheater Linz fix engagiert ist.

"Sommernachtstraum" in Kobersdorf

Zuletzt war Smigoc bei den Schlossspielen in Kobersdorf in Shakespeares "Sommernachtstraum" in der Regie von Werner Prinz zu sehen, die bis 1. August 2010 stattfanden.

Engagement am Wiener Volkstheater

Ende 2008 erhielt Angela Smigoc eine erste wichtige Bestätigung ihres Könnens:

Ein erfolgreiches Vorsprechen brachte ihr Stückverträge am Wiener Volkstheater. Sie begann 2009 zunächst mit Lesungen. Danach war sie in der deutschsprachigen Erstaufführung von Samuel Adamsons "Alles über meine Mutter" nach dem Film von Pedro Almodóvar in der Regie von Antoine Uitdehaag zu sehen.

In Volkstheater-Reihe "Go West?"

Am 13. März 2010 war Smigoc in der Volkstheater Reihe "Go West? - Junge Autor/innen schreiben für das Volkstheater" im Stück des polnischen Autors Michal Walczak "Der Erotikfilm" in der Regie von Philipp Jescheck im Wiener Bellaria Kino zu sehen.

In LaButes "Der große Krieg" am Volkstheater
Davor war Smigoc von November 2009 bis Ende Jänner 2010 in der österreichischen Erstaufführung von Neil LaButes "Der große Krieg", die Katrin Hiller inszeniert hatte, am Volkstheater zu sehen.

"Es waren drei Einakter, bei denen ich im zweiten und dritten mitwirkte. Es geht hier um Beziehungsgeschichten, Beziehungskriege, wenn man so will. Es war eine sehr spannende Produktion, und es hat mir große Freude gemacht, mit Katrin Hiller zu arbeiten", so die Jungschauspielerin über diese Neuproduktion.

Vielfältige Theater-Praxis in über 20 Produktionen

Seit 2001 konnte die Nachwuchs-Schauspielerin bereits in über 20 Produktion in Rollen von Shakespeare bis zu Sarah Kane Theater-Praxis sammeln.

"Eine der besonders wichtigen und spannenden Produktionen der letzten Zeit war Andrew Bovells 'Lantana' in der Regie von Steffen Jäger am Seminar, wo ich die Valerie gespielt habe. Ebenso Jerome Junods Inszenierung von Tschechows 'Drei Schwestern'. Diese Arbeit war insofern interessant, weil durch Schuberts 'Winterreise', die hier hineingenommen wurde, auch noch die Musik dazu kam. Weiters zählt dazu die Rosaura in Calderons 'Das Leben ein Traum', die ich mit Wolfgang Türks erarbeitet habe."

Mehr zu Steffen Jäger in Ö1 Talentebörse

In Rist-Spielfilm "Pepperminta"

Im Rahmen ihrer Schauspiel-Ausbildung konnte sie bei Michaela Rosen, Markus Schleinzer und István Szabó auch Erfahrung mit dem Medium Film sammeln, wirkte in einem Seminar von Michael Haneke an der Wiener Filmakademie sowie in Produktionen junger Nachwuchs-Regisseure mit.

Und im nächsten Jahr wird Smigoc im Spielfilm "Pepperminta" der Schweizer Regisseurin Pipilotti Rist, der dann nach Österreich kommt, zu sehen sein.

"Der Film interessiert mich durchaus. Mein Traum wäre ja, so in zehn, 20 Jahren einen 'Tatort'-Kommissarin zu sein, eben keine junge. Sicher würde ich bei einem interessanten Angebot nicht Nein sagen – wenn es keine Serie ist. Aber derzeit ist für mich das Theater am Wichtigsten", erklärt Angela Smigoc.

Ö1 Hörspiel "Monologe plus"

Erfahrung auf dem Gebiet des Hörspiels, das die junge Schauspielerin ebenfalls sehr interessiert, konnte Smigoc inzwischen bei Ö1 sammeln:

So wirkte sie Ende 2008 in "Monologe plus - ein Projekt des Max Reinhardt Seminars", bei dem Harald Krewer Regie führte, mit.

Viele interessante Rollen

Welche Zukunftswünsche hat die erfolgreiche Nachwuchs-Schauspielerin, deren Wunsch nach einem Fixengagement bereits in Erfüllung gegangen ist?

"Gut beschäftigt zu sein und viele interessante Rollen zu spielen. Aber nebenbei trotzdem noch die Zeit zu haben, Filme und kleine freie Projekte machen zu können", so Angela Smigoc.

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Die Ö1 Talentebörse ist ein Kunstförderprojekt mit Unterstützung der UniCredit-Bank Austria

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