Ausstellung "Gustav Mahler und Wien"

"Leider bleibe ich ein eingefleischter Wiener." Diesem Ausspruch Gustav Mahlers folgt die Gustav-Mahler-Ausstellung, die im Wiener Theatermuseum zu sehen ist. Anlass ist der Geburtstag des Komponisten, der sich heuer zum 150. Mal jährt, sowie der 100. Todestag im kommenden Jahr.

Morgenjournal, 09.03.2010

Er gilt als Genie des Fin de Siècle und Wegbereiter der Neuen Musik. Zehn Jahre lang leitete er zudem die Wiener Oper. Gustav Mahler, im böhmischen Kalischt geboren, kannte Wien bereits aus seinen Jugendjahren. Hier studierte er Komposition und Klavier, kehrte nach einigen Wanderjahren als Kapellmeister und später Direktor an die Hofoper zurück und bekam mit aller Härte das zu spüren, was so oft als Wiener Mentalität bezeichnet wird: Sein Werk wurde im Ausland wesentlich mehr geschätzt als hierzulande, seine gar nicht so häufig wie behauptet abgehaltenen Konzerttourneen benützten die Medien dazu, eine scharfe Pressekampagne zu starten, an deren Ende die Demission des Operndirektors stand.

Mahler ging nach New York, kehrte aber in späteren Jahren immer wieder nach Wien zurück - ganz nach dem Motto, das sich die Ausstellung zu Eigen gemacht hat: "Leider bleibe ich ein eingefleischter Wiener".

Ein Leben in drei Sätzen

Die Ausstellung erzählt wie eine Mahler-Symphonie in drei Sätzen von der Ausbildung des hochbegabten 15-Jährigen über die bahnbrechende Opernreform gemeinsam mit dem Bühnenbildner Alfred Roller, und die internationalen Erfolge als Dirigent bis zur Heimkehr des Todkranken. Umrahmt werden die drei Sätze vom Präludium, das Wien zeigt, wie Mahler es kennen und lieben gelernt hat und vom Postludium, dem Nachspiel: Wien nach Mahlers Tod.

"Jetzt wo er tot ist, wird auch Mahler in Wien ein großer Mann", hat Richard Strauss an Witwe Alma geschrieben und zumindest bis 1938 recht behalten. Bleibt zu hoffen, dass das Todesjahr 2011 ganz der österreichischen Mentalität gemäß mehr Beachtung findet als das diesjährige Geburtsjahr, hofft Reinhold Kubik, Vizepräsident der internationalen Mahler Gesellschaft in Wien und Kurator der Ausstellung.

Am neuesten Stand
Mit der Mahler-Ausstellung wird übrigens der generalsanierte 1. Stock des Theatermuseums nach einem Jahr wieder eröffnet und präsentiert sich mit neuen, flexibel gestalteten Vitrinen, Schaukästen, digitalen Projektionen und Rundhorizontbeschallung auf dem neuesten Stand der Technik.

Die Mahlerausstellung ist bis 3. Oktober, dienstags bis sonntags von 10:00 bis 18:00 Uhr im Theatermuseum am Wiener Lobkowitzplatz zu sehen.

Service

http://www.gustav-mahler.org/' class='red'>Internationale Gustav Mahler Gesellschaft
http://www.khm.at/de/oesterreichisches-theatermuseum' class='red'>Österreichisches Theatermuseum

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