Gut 600 Aktivisten weiter in israelischer Haft

UNO und EU fordern Ende der Gaza-Blockade

Nach der blutigen Erstürmung eines Hilfskonvois für den Gaza-Streifen in internationalen Gewässern hat der UNO-Sicherheitsrat in einer Sondersitzung eine unabhängige Untersuchung gefordert. International wird eine Ende des Blockade des Gazastreifens geordert. Rund 600 der 700 Passagiere, die an Bord waren, werden von Israel in einem Gefängnis festgehalten.

Abendjournal, 01.06.2010

Aktion für Israel kontraproduktiv

Israel hat mit seinem Vorgehen vermutlich genau das Gegenteil dessen erreicht, was es wollte. Abgesehen davon, dass es Aufforderungen nach einer unabhängigen Untersuchung hagelt, wird auch die Blockade des Gazastreifens durch Israel immer öfter kritisiert.

UNO und EU fordern Ende der Blockade

Ägypten hat heute seinen Übergang zum Gaza-Streifen auf Anordnung von Präsident Hosni Mubarak geöffnet. Die UNO und die EU fordern ein Ende der Blockade, EU-Präsident Herman Van Rompuy sagte heute beim EU-Russland-Gipfel: "Der Verlust von Menschenleben ist durch nichts erklärbar. Ich möchte auch darauf hinweisen, dass die Blockade des Gazastreifens nicht akzeptabel und kontraproduktiv ist."

Auch Russlands Präsident Dimitri Medwedew schlug in die gleiche Kerbe: "Es muss eine sehr genaue Untersuchung geben. Für den Tod von Menschen gibt es keine Begründung."

Schwere Vorwürfe gegen israelische Soldaten

Die Türkei hat ihren Ton gegenüber Israel heute noch einmal verschärfte. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sprach erneut von einem blutigen Massaker und verlangt eine Bestrafung Israels. Einige der freigelassenen Aktivisten der sechs Schiffe mit Hilfsgütern haben inzwischen schwere Vorwürfe gegen die israelischen Soldaten erhoben. Derzeit wird noch der Großteil der Passagiere von Israel in einem Gefängnis festgehalten. Wer nicht kooperiert, soll in 72 Stunden abgeschoben werden, einigen will Israel den Prozess machen.

Identität der Toten: Gefangene schweigen

Bei der Identifizierung der neun Toten stößt Israel auf große Schwierigkeiten, weil die anderen Passagiere offenbar jede Aussage verweigern. Bis jetzt konnte weder die Nationalität der Toten geklärt werden, noch wurden ihre Namen bekannt.

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