"Verursacher bei BP gehört gefeuert"

Ölpest: Obama findet drastische Worte

Angesichts der Ölpest im Golf von Mexiko schlägt US-Präsident Barack Obama immer schärfere Töne an. In einem Interview mit dem US-Fernsehsender NBC, sagt Obama, er hätte den Chef von BP schon längst gefeuert, wenn er das könnte. Obama wehrt sich damit gegen Vorwürfe, wonach er im Umgang mit der Öl-Katastrophe zu wenig Führungsqualität bewiesen habe.

Abendjournal, 08.06.2010

"In den Arsch treten"

US-Präsident Barack Obama hat seiner Verärgerung über das Öldebakel im Golf von Mexiko mit drastischen Worten Luft gemacht. Er wolle wissen, wem er wegen des Desasters "in den Arsch treten" müsse, sagte Obama in einem Interview des Fernsehsenders NBC, das am Dienstag ausgestrahlt werden sollte. Die Experten hätten darauf wohl die beste Antwort. "Aus diesem Grund reden wir mit diesen Leuten."

Regierung hat Handlungsbedarf

Obama steht in der Kritik, weil die Regierung nicht entschlossen genug auf die Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko reagiert haben soll. Einer Umfrage der "Washington Post" und des Senders ABC zufolge sind 69 Prozent der Amerikaner der Meinung, dass die Regierung sich im Umgang mit der Ölpest "nicht so gut" oder gar "schlecht" geschlagen hat.

Druck auf BP weiter erhöht

Auch auf BP wächst der politische Druck: Allein in dieser Woche muss der Konzern vor drei Ausschüssen des US-Kongresses seinen Umgang mit der Ölpest erläutern. BP gelingt es mittlerweile zwar, einen Teil des austretenden Öls abzusaugen. Ein kompletter Stopp dürfte jedoch frühestens im August gelingen. Am Montag hatten vor einem Unterausschuss des Repräsentantenhauses Angehörige von bei der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" umgekommenen Arbeitern ausgesagt. Sie forderten eine harte Bestrafung der Unternehmen, die die Sicherheitsstandards ignoriert hätten.