Slowakei: Machtwechsel von links nach rechts

In der Slowakei bahnt sich ein Machtwechsel an, die bürgerlichen Oppositionsparteien mit Iveta Radicova an der Spitze haben nach ersten Trends die Parlamentswahlen gewonnen. Der sozialdemokratische Premierminister Robert Fico ist mit seiner Partei zwar stimmenstärkster geworden, hat aber nicht genug Koalitionspartner.

Abendjournal, 13.06.2010

Erstmals Frau als Premierministerin

Die Slowakei steht vor einer historischen Veränderung. Erstmals in der Geschichte des erst 17 Jahre alten Staates könnte ein Frau Premierministerin werden. Die 53-jährige Iveta Radicova hat mit ihrer liberal-christlichen Partei SDKU knapp 16 Prozent der Stimmen geschafft und sich auch schon die Unterstützung von fünf bürgerlichen Parteien für die Bildung einer Regierung gesichert.

Positive Kampagne

In einer ersten Reaktion sagte Radicova: "Wir haben eine positive Kampagne geführt, wir haben Lösungen angeboten und ich denke das haben die Wähler honoriert."

Mittagsjournal, 13.06.2010

Fico gewinnt, aber ohne Partner

Der sozialdemokratische Regierungschef Robert Fico hat die Wahl mit 28 Prozent der Stimmen zwar gewonnen, aber trotzdem verloren. Fico hat kaum Chancen, Koalitionspartner für eine Regierungsmehrheit zu finden.

Rechte Meciar-Partei nicht im Parlament

Denn seine Partei SMER hat – nach den ersten Trends - nicht nur unter den Erwartungen abgeschnitten, sondern auch noch einen bisherigen Koalitionspartner verloren und zwar, die rechtspopulistische Bewegung für eine demokratische Slowakei unter dem ehemaligen Premier Vladimir Meciar, die den Widereinzug ins Parlament nicht geschafft hat.

Mittagsjournal, 14.06.2010

Eine Analyse der Wahl in der Slowakei von ORF-Redakteurin Karin Koller