Keine Sommerpause im Theater an der Wien

Ungekürzte Fassung der "Fledermaus"

Im Theater an der Wien ist von einer Sommerpause nicht viel zu merken: Am 15. Juli 2010 hat dort die "Fledermaus" Premiere. Die wohl berühmteste Operette von Johann Strauß wurde 1874 an diesem Ort uraufgeführt, nun ist sie in einer ungekürzten Fassung zu hören.

Kulturjournal, 14.07.2010

Schon die Ouvertüre dieser "Fledermaus" wird vom Gelächter einer Festgesellschaft begleitet. Das Theater an der Wien ist ein Ballsaal, die Logen des Zuschauerraums setzen sich auf der Bühne einfach fort, die Szene erinnert stark an den Opernball.

Die Verwechslungsspielchen und kleinen Betrügereien zwischen Gabriel von Eisenstein, Rosalinde und all den anderen Protagonisten sind nur scheinbar von Leichtigkeit geprägt, in Wirklichkeit handle es sich um handfeste Konflikte, die am Ende mit Champagner übertüncht werden, sagt Regisseur Philipp Himmelmann. In seiner Inszenierung kommt auch dem Gefängnisaufseher Frosch keine allzu wichtige Rolle zu. Der Frosch als geheimer Hauptdarsteller sei eine Entwicklung späterer Jahre und entspreche nicht der Originalfassung, sagt der Regisseur.

Kultur aktuell, 14.07.2010

Ganz nah an der Originalfassung

Möglichst stark an der Originalfassung will sich auch Dirigent Cornelius Meister mit dem RSO Wien orientieren. Er habe sich intensiv mit den Quellen und der Aufführungsgeschichte der "Fledermaus" auseinandergesetzt, sagt der künftige Leiter des ORF-Radiosymphonieorchesters. Gespielt wird nach der neuen Johann-Strauß-Ausgabe, einer kritischen Urtext-Ausgabe.

Die Rolle des Gabriel von Eisenstein übernimmt der als Mozartspezialist bekannte Kurt Streit, als Rosalinde ist Nicola Beller Carbone zu hören.

Textfassung: Ruth Halle

Service

Johann Strauß, "Die Fledermaus", 15. Juli bis 8. August 2010, Theater an der Wien,
Ö1 Club-Mitglieder bekommen ermäßigten Eintritt (zehn Prozent).

Theater an der Wien