Ein Jahr Zeit um sich zu einigen
Israel und PLO: Sehr unterschiedliche Interessen
Israel und die Palästinenser haben die Einladung zu direkten Gesprächen in Washington offiziell angenommen. Sie beginnen am 2. September. Die Interessen der beiden Parteien sind aber weit auseinander: Israel will Sicherheit und Frieden, die Palästinenser betonen den Stopp des Siedlungsbaus. Zuletzt wurden Ende 2008 direkte Verhandlungen geführt.
8. April 2017, 21:58
Morgenjournal, 21.08.2010
Alle Seiten sollen ihren Teil beitragen
US-Außenministerin Hillary Clinton hat die Einladung zu den Gesprächen gestern mit dem Appell an alle verbunden, die Friedensbemühungen zu unterstützen und nicht zu behindern
Clinton: "It is important that actions by all sides help to advance our effort and not hinder it."
Israel will Friede und Sicherheit
Aber auch wenn beide Seiten die Einladung angenommen haben: Die ersten Reaktionen zeigen doch, wie tief die trennenden Gräben und wie unterschiedlich die Interessen sind. Israel geht es in erster Linie um den Schutz seiner Sicherheit, Mark Regev, Sprecher der israelischen Regierung: "Wir haben uns aus Gaza zurückgezogen und sind mit Raketen beschossen worden. Wir wollen nicht, dass es Raketen regnet, wenn wir uns von der West Bank zurückziehen. Die Gespräche müssen Frieden und Sicherheit bringen, das eine ohne das andere geht nicht."
Ohne Siedlungsstopp keine Gespräche
Die Palästinenser begrüßen die Befristung der Gespräche auf ein Jahr um ein Ergebnis zu erzielen, es sei die letzte Chance auf Frieden sagt der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat: "Wir alle kennen die notwendigen Voraussetzungen für den Frieden. Kommenden Monat endet der israelische Siedlunsbaustopp. Wir hoffen, dass Netanajahu das Moratorium verlängert, sonst gibt es keine Verhandlungen. So einfach ist das."
USA will zwei Staaten
Die USA gehen mit einem klaren Ziel in die Verhandlungen. Der US-Sonderbeauftragte für den Nahen Osten, George Mitchell: "Das beste Ergebnis ist eine Vereinbarung die zwei Staaten bringt, die nebeneinander in Frieden und Sicherheit leben. Das kann nur durch direkte Gespräche erreicht werden, mit der aktiven Teilnahme der USA."
Ägypten und Jordanien auch dabei
Präsident Barack Obama hat auch den ägyptischen Präsidenten Mubarak und Jordaniens König Abdullah zu dem Treffen eingeladen. Als Vertreter des Nahost-Quartetts bestehend aus UNO, USA, EU und Russland wird auch der frühere britische Premier Tony Blair in die Gespräche eingebunden.
Clinton: Viele Feinde des Friedens
Zahlreiche Stolpersteine pflastern den Weg zum Frieden im Nahen Osten: etwa der künftige Grenzverlauf, die Frage der israelischen Siedlungen in besetzten Gebieten und vor allem, was mit Jerusalem passieren soll. Beide Seiten beanspruchen die Stadt für sich. Hillary Clinton: "Die Feinde des Friedens werden alles versuchen, um die Gespräche zum Scheitern zu bringen. Ich bitte aber beide Seiten durchzuhalten und für einen gerechten und dauerhaften Frieden in der Region zu arbeiten."
Hamas kategorisch gegen Gespräche
Die Hamas, die den gesamten Gazastreifen kontrolliert, hat die Friedensgespräche bereits kategorisch abgelehnt.
Übersicht
- Naher Osten
