Martin Reining, Violine

"Geigenleichen", der große Bruder und Mozart waren die Auslöser: Martin Reining, Jahrgang 1981, studiert an der Musik-Universität Wien in der Quartett-Klasse bei Johannes Meissl Geige. 2010 gewann er mit dem "Adamas Quartett" den "Polnischen Musikpreis" bei der Internationalen Sommerakademie (isa).

Martin Reining spielt Werke von Biber, Wolf und Schmidseder

H.I.Biber: Sonata Nr. 6 in c-Moll Gavotte; H. Wolf: Streichquartett "Entbehren sollst du"; 3. Satz; L. Schmidseder: "Ein Lied der Balalaika" (Ausschnitte).

"Bei uns lagen ausrangierte Geigen im Kasten, denn mein Großonkel war in der Zwischenkriegszeit Geigenbauer in Budapest. Mein älterer Bruder hat mit der Geige begonnen und spielte sehr gut – also wollte ich es auch unbedingt probieren.

Den eigentlichen Ausschlag gab der Umstand, dass ich als Kind fast alle Mozart-Opern rauf und runter hörte und immer die hohen Frauen-Stimmen mitsang. In dieser Welt bin ich aufgegangen. Wenn man das konsequent weiterdenkt, ist die Geige dann eine logische Fortsetzung", erzählt Martin Reining, gebürtiger Wiener, Jahrgang 1981, über seine Anfänge.

Seit 2004 studiert er in der Meister-Klasse von Ernst Kovacic an der Musik-Universität Wien Violine. Seit 2009 zusätzlich in der Quartettklasse bei Johannes Meissl. Abschließen wird er voraussichtlich 2012.

Ersten Geigen-Unterricht erhielt er bereits mit fünf Jahren. Seine Lehrer waren unter anderen Klara Flieder, Werner Hink, Thomas Fheodoroff, Ernst Kovacic, und Annette Bik.

Vielseitigkeit im Zentrum

Ein wichtiges Merkmal des jungen Geigers ist seine Vielseitigkeit. Er beschäftigt sich mit den verschiedensten Musikstilen, von Heinrich Ignaz Franz Biber über die Musik der 1920er-Jahre bis zur freien Improvisation im Bereich des Jazz.

Umfangreiche Praxis

Seit dem Jahr 2000 konnte Martin Reining vielfältige Praxis mit Orchestern und Ensembles sammeln:

So arbeitet er unter anderem mit dem Wiener Jeunesse Orchester zusammen, mit dem er als Solist im Rahmen der Reihe "Passagen" bei den Salzburger Festspielen auftrat, mit der "Sinfonietta Baden", dem Kammerorchester "Arpeggione", sowie dem Wiener Opernballorchester. Seine Konzerttätigkeit führte ihn als Solist und Kammermusiker bis Asien.

Im Mai 2010 feierte Reining sein Debut beim Klangfrühling auf der Burg Schlaining, wo er bei fünf Konzerten mitwirkte.

Debüt mit "Adamas Quartett"

Im Frühjahr 2010 hatte Martin Reining sein Debüt mit dem "Adamas Quartett", dem auch Claudia Schwarzl (Violine), Anna Dekan (Viola) und Jakob Gisler (Cello) angehören, im Wiener Musikverein:

"Ich bin vor etwa eineinhalb Jahren zu diesem Quartett, das schon länger besteht, gekommen. Es ist wunderbar für einen Musiker, das passende Ensemble zu finden.

Im Zyklus 'Quartett.Impulse' führen wir im Mai 2011 Werke von Krenek, Dohnányi und Beethoven auf. Auf", so der junge Geiger, der im Herbst 2010 auch eine Venezuela-Tournee absolvierte.

"Polnischer Musikpreis" bei "isa 2010"

Mit dem "Adamas Quartett" hat Reining bereits beim Internationalen Schubert-Wettbewerb in Ruse sowie beim "Josef Windisch Wettbewerb" in Wien 2009 gewonnen. Und 2010 wurde das Quartett mit dem "Polnischen Musikpreis" im Rahmen der "Internationalen Sommerakademie Wien Prag Budapest" (isa) ausgezeichnet:

"Wir waren 2010 Stipendiaten der Internationalen Sommerakademie in Reichenau. Für die Interpretation des das 2. Streichquartetts von Krzystof Penderecki wurden wir mit dem 'Polnischen Musikpreis' ausgezeichnet. Es war eine tolle Erfahrung, denn Krzysztof Penderecki hat sogar höchst persönlich mit uns gearbeitet."

Begeisterter Pädagoge

Und zu Reinings Wirkungskreis zählt auch das Unterrichten, denn er ist ein begeisterter Pädagoge:

"Das Weitergeben von Wissen ist mir ganz wichtig und macht mir große Freude. Ergeben hat sich die Lehrtätigkeit, als ich vor Jahren gefragt wurde, ob ich bei einem Jugendkurs unterrichten möchte. Zunächst habe ich in Wien unterrichtet, derzeit bin ich beim Musikschulverband Ybbsfeld in Niederösterreich tätig."

Neue Perspektiven

Seit Anfang diesen Jahres spielt Martin Reining im frisch gegründeten Atmos Quartett, und konnte damit u.a. beim Niederösterreichischen Viertelfestival, mit einem Arnold Schönberg-Programm reüssieren.