"La Bohème" live

Die Staatsoper in Ö1

Österreich bietet zehn Übertragungen aus der Wiener Staatsoper in der Saison 2010/2011. Gestartet wird mit der kultartig verehrten Produktion von Puccinis "La Bohème".

Seit bald 47 Jahren gehört sie zu den vielgespielten Klassikern im Repertoire der Wiener Staatsoper: Giacomo Puccinis "La Bohème" in der atmosphärisch stimmungsvollen, gleichzeitig opulenten Ausstattung von Franco Zeffirelli, der anno 1963 bei dieser unter der musikalischen Leitung von Herbert von Karajan herausgebrachten Inszenierung auch selbst Regie geführt hat.

Über 380 Mal ist diese von vielen Opernfreunden kultartig verehrte Produktion mittlerweile über die Bühne der Staatsoper gegangen - und sie gehört auch zum Repertoire des Hauses unter der neuen Direktion von Dominique Meyer. Gleich zu Beginn der ersten Saison unter seiner Führung erlebt die legendäre Zeffirelli-"La Bohème" eine Wiederaufnahme, mit Künstler/innen wie Krassimira Stoyanova, Stephen Costello, Alexandra Reinprecht und Boaz Daniel in den zentralen Partien und mit Franz Welser-Möst am Dirigentenpult, der sich damit - zum Auftakt seiner Tätigkeit als Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper - dem Wiener Publikum erstmals als Puccini-Dirigent präsentieren wird.

Viele Aufgaben für Welser-Möst

Der heuer 50 Jahre alt gewordene Maestro aus Oberösterreich wird aber auch abseits dieser Puccini-Wiederaufnahme als Generalmusikdirektor große Präsenz zeigen: Nicht weniger als vier Neuproduktionen wird er im Verlauf der Saison 2010/2011 in der Staatsoper betreuen und damit auch seine künstlerische Bandbreite unter Beweis stellen, denn abseits der Premieren der Mozart-Opern "Don Giovanni" (im Dezember) und "Le Nozze di Figaro" (im Februar) wird er auch die Neuproduktionen von Paul Hindemiths "Cardillac" (im Oktober) und von Leos Janáceks "Kátja Kabanová" (im Juni) einstudieren und dirigieren - und Ö1 wird alle diese neuen Staatsopernproduktionen (inklusive der "Bohème"-Wiederaufnahme) teils am Premierenabend, teils bei späteren Aufführungen live übertragen.

Wie in den vergangenen Spielzeiten wird auch unter der neuen Direktion die erfolgreiche Kooperation zwischen Wiener Staatsoper und Ö1 (sowie weltweit angeschlossenen Radiosendern der European Broadcasting Union) fortgesetzt: Zehn Mal können Radiohörer/innen in der bevorstehenden Saison im Haus am Ring zu Gast sein und dabei das stilistisch breite Angebot der Staatsoper von der Barockoper bis zu Werken des 20. Jahrhunderts - zum allergrößten Teil in Live-Übertragungen - zu Hause mitverfolgen.

Netrebko und Garanca

Abseits der von Franz Welser-Möst geleiteten Premieren und Wiederaufnahmen steht im Oktober die konzertante Aufführung von Gaetano Donizettis "Lucrezia Borgia" (mit Belcanto-Primadonna Edita Gruberova) auf dem Programm, und ein weiteres Mal werden wir eine Donizetti-Oper aus der Staatsoper übertragen, wenn im April 2011 "Anna Bolena" ihre mit Anna Netrebko und Elina Garanca überaus luxuriös besetzte Erstaufführung im Haus am Ring erleben wird.

Mozart wird ein weiteres Mal mit der Neueinstudierung der "Così fan tutte" (unter Jérémie Rhorer) im Jänner vertreten sein - und eine Novität wird auch die Produktion von Georg Friedrich Händels "Alcina" im November bringen: Nicht nur, dass nach Jahrzehnten erstmals wieder eine Barockoper in der Staatsoper gespielt wird, dieses Werk wird auch zum ersten Mal überhaupt in der Staatsoper zur Aufführung gebracht - und dies nicht mit dem Orchester der Wiener Staatsoper, sondern mit den Musiciens du Louvre unter Marc Minkowski.

Massenets "Werther"

Neben Puccini, Donizetti, Mozart, Händel, Hindemith und Janaček rundet Jules Massenets an der damaligen Hofoper herausgekommene Oper "Werther" (im Jänner) - besetzt mit Jonas Kaufmann in der Titelrolle - das Programm ab.

Wie in den vergangenen Jahren wird es auch unter der neuen Staatsoperndirektion regelmäßig in der Sendung Apropos Oper - Das Wiener Staatsopernmagazin jeweils am letzten Sonntag im Monat Kostproben aus aktuellen Aufführungen des Hauses am Ring sowie Gespräche mit Künstlerinnen und Künstlern geben - und auch mit dem neuen Direktor Dominique Meyer.