Selbstmordanschlag in Istanbul

In der Türkei hat ein Selbstmordattentäter auf dem Hauptplatz von Istanbul eine Bombe gezündet. Der Anschlag richtete sich offenbar gegen die Polizei. 15 Polizisten, aber auch 17 Passanten wurden verletzt. Bekannt hat sich noch niemand zu der Bluttat.

Abendjournal, 31.10.2010

Anschlag auf Polizisten

Bei einem Selbstmordanschlag auf türkische Polizei sind am Sonntag in Istanbul über 30 Menschen verletzt worden. Bei den Opfern handelte es sich um 15 Polizisten und 17 Passanten, wie der Istanbuler Gouverneur Hüseyin Avni Mutlu mitteilte. Zwei der verletzten Polizisten schwebten noch in Lebensgefahr. Die Explosion ereignete sich auf dem Taksim-Platz in der Nähe eines Postens der Bereitschaftspolizei, wie der Istanbuler Polizeichef Hüseyin Capkin erklärte.

Noch keine Bekenner

Unklar war zunächst, wer für den Anschlag verantwortlich war. Zeitlich fiel der Anschlag mit Ende eines einseitig von den kurdischen Rebellen ausgerufenen Waffenstillstands zusammen, der am Sonntag zu Ende. Kurdische Rebellen haben in der Vergangenheit in der Türkei schon Selbstmordanschläge verübt, es kommen aber radikale Linke oder militante Islamisten als Täter in Frage, die ebenfalls in der Türkei aktiv sind. Polizisten am Taksim-Platz waren schon 1999 und 2001 Ziel von Selbstmordanschläge, wie die Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi berichtete. 1999 wurden 13 Menschen verletzt, 2001 wurden zwei Polizisten getötet und zehn Menschen verwundet.

Polizeichef Capkin berichtete, der Selbstmordattentäter habe versucht, in einen geparkten Polizeibus hineinzukommen. Als dies nicht gelungen sei, habe er seine Bombe vor dem Wagen gezündet. Dabei sei er in Fetzen zerrissen worden. "Es war ein Selbstmordanschlag", sagte Capkin. Der Fernsehsender NTV berichtete, am Ort der Explosion liege eine Leiche, die mit Zeitungen abgedeckt worden sei. Die Polizei riegelte das Gebiet abgeriegelt. Krankenwagen fuhren zum Ort der Explosion, Ärzte kümmerten sich um die Verletzten.