Elfenbeinküste: Machtkampf spitzt sich zu

Der Machtkampf in der Elfenbeinküste, in der Republik Cote d'Ivoire spitzt sich zu. Bei Straßenschlachten zwischen Anhängern des neugewählten Präsidenten Alessane Ouattara und den nationalen Sicherheitskräften, die den abgewählten Präsidenten Präsidente Laurent Gbagbo unterstützen, wurden mindestens 18 Menschen getötet.

Abendjournal, 16.12.2010

Armee schießt in die Menge

Schüsse vor dem Fernsehzentrum heute in Abidjan: Anhänger des neugewählten Präsidenten Alessane Ouattara wollen das Rundfunkgebäude stürmen. Die Armee von Ex-Präsident Laurent Gbagbo schießt ihn die Menge. Es gibt zahlreiche Tote.
Die Lage in Abidjan scheint zu eskalieren. Augenzeugen berichten von Schüssen in der ganzen Stadt, auch die Artillerie soll eingesetzt sein.

Neuer Präsident in Hotel verschanzt

Unterdessen hält sich der neugewählte und international anerkannte Präsident Ouattara in Abidjan in einem Hotel verschanzt, beschützt von UN-Soldaten. Aber auch dort soll es heute zu Schusswechsel gekommen sein.

Chaos nach Abwahl

Die Elfenbeinküste droht seit den Präsidentenwahlen Ende November im politischen Chaos zu versinken. Langzeitpräsident Laurent Gbagbo will auf keinen Fall den Wahlsieg seines Rivalen Alessane Ouattara nicht anerkennen und hat sich trotz aller internationalen Proteste zum Präsidenten vereidigen lassen. Gbagbo kann in diesem Machtkampf auf die Armee und die nationalen Sicherheitskräfte zählen. Ouattara versucht nun seinerseits, seine Anhänger, zum Teil ehemaligen Rebellen aus dem Bürgerkrieg zu mobilisieren. Die UNO befürchtet nun ein Wiederaufflammen des erst vor wenigen Jahren beigelegten Bürgerkriegs in dem westafrikanischen Land.