Zehn Jahre Wikipedia

Die online Enzyklopädie Wikipedia feiert heute ihren 10. Geburtstag. Angefangen hat die Enzyklopädie als Randerscheinung im Internet, mittlerweile ist Wikipedia die siebtgrößte Seite im World Wide Web. Mehr als 17 Millionen Artikel in 278 Sprachen sind online. Damals wie heute ist das Ziel von Wikipedia, das Wissen der Menschheit zu sammeln.

Eine Million Einträge

Alles für alle und zwar umsonst. Nach diesem Prinzip funktioniert der Wissensaustausch auf Wikipedia. Tatsächlich kann jeder Nutzer Artikel bearbeiten, der Zugriff ist kostenlos und man kann sich über fast alle Themen informieren. Die deutschsprachige Wikipedia umfasst mehr als eine Million Einträge. Zum Vergleich: Der aktuelle Brockhaus, der als eines der wichtigsten Nachschlagewerke gilt, enthält 300.000 Stichworte.

Mittagsjournal, 15.01.2011

Von Laien geschrieben und bearbeitet

Wikipedia wird aber nicht von Experten erstellt, sondern von der Internetöffentlichkeit. Das sei der große Erfolg der Online Enzyklopädie, sagt Christoph Breitler Wikipedia-Pressesprecher in Österreich: "Der große Erfolg kommt von der Offenheit, weil jeder mitschreiben kann."

Kritikpunkt Qualität

Die Qualität der Einträge auf Wikipedia ist aber auch der größte Kritikpunkt. Immer wieder tauchen Fehler auf, Artikel werden zum Selbstmarketing von Firmen oder Personen missbraucht. Am schlimmsten ist laut Breitler der Vandalismus. Darunter verstehen Wikipediainsider sinnfreie Einträge, die der Enzyklopädie schaden und keinen Mehrwert bringen.

Daher müssen Artikel bestimmte Kriterien erfüllen wie etwa Relevanz. Breitler: "Das bedeutet, dass zum Beispiel ein Verein eine gewisse Mitgliederanzahl oder eine überregionale Bedeutung haben muss, damit der Artikel in Wikipedia stehen darf."

Selbstregulierung

Daten und Zitate müssen mit Quellen versehen werden. Die Artikel sollen aber vor allem neutral sein. "Dafür versucht jeder seinen Standpunkt ein." Dadurch pendeln sich Artikel laut Breitler in der Meinungsmitte ein.

Administratoren löschen notfalls

Die Inhalte werden von Wikipedianutzern selbst kontrolliert. Einträge von neuen Nutzern, die keine oder wenige Artikel geschrieben haben, müssen von erfahrenen Wikipedia-Nutzern freigegeben werden.

Um gröbere Fehler zu löschen oder gar Benutzer zu sperren, gibt es Administratoren. In Österreich sind das rund 30 ehrenamtliche Mitarbeiter.

Dem Vorwurf der Zensur widerspricht Breitler. Auch für offene Seiten müsse es Regeln geben. Allerdings seien die Hürden für Wikipedia-Neulinge manchmal zu hoch.

Niveau von seriösen Nachschlagewerken

Die Selbstkontrolle funktioniert offenbar. Studien haben ergeben, dass Wikipedia zum Beispiel bei Biologie mit anerkannten Nachschlagewerken durchaus mithalten kann und keine groben Fehler enthält.

Finanziert wird Wikipedia durch Spendengelder. Das ermöglicht den kostenlosen und vor allem werbefreien Zugriff. Laut Breitler soll das auch in der Zukunft so bleiben.

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