Obama: "Wir hören eure Stimmen"

US-Präsident Barack Obama reagiert auf die Ankündigung des ägyptischen Staatschefs Hosni Mubaraks vorsichtig: Mubarak habe den Wunsch nach Veränderung erkannt, sagt der US Präsident. Kritik am engen Verbündeten bleibt aber aus. Es liege nun an den Ägyptern selbst, die Situation zu gestalten so Obama.

Morgenjournal, 02.02.2011

Wohlabgewogene Worte

Die Worte Barack Obamas wurden mit Sicherheit einzeln abgewogen: In der kurzen Zeit von vier Minuten versucht der US-Präsident den engen Verbündeten nicht zu verprellen und gleichzeitig die Hand auszustrecken, in Richtung der Demonstranten und aller künftigen Machthaber – wer immer das auch sein mag. "Wir hören Eure Stimmen", sagt Barack Obama – "vor allem die der jungen Menschen."

"Tiefgehender und friedlicher Übergang"

In einem halbstündigen Gespräch nach dessen TV Rede habe er Hosni Mubarak seine Sicht der Dinge vermittelt, so der US Präsident – und spricht erstmals dessen Abgang an: "Ich habe mit Präsident Mubarak gesprochen – er erkennt, dass es so nicht weiter gehen kann und eine Veränderung kommen muss." Und wie diese Veränderung grundsätzlich aussehen soll, wird angefügt: "Ein ordentlicher Übergang muss tiefgehend und friedlich sein – und er muss jetzt beginnen. Ein breites Spektrum an Stimmen muss eingebunden werden, so wie auch die Oppositionsparteien."

Keine konkreten Angaben

Was genau jetzt stattfinden sollte, bleibt aber offen: Ob damit ein sofortiger Rücktritt Mubaraks gemeint ist oder das Vorziehen der für den Herbst geplanten Wahlen, vorbereitet vom amtierenden Präsidenten selbst - das sagt Obama nicht. Ebenso wer Ägypten künftig regieren sollte: "Es ist nicht die Rolle eines anderen Landes, die Führer Ägyptens zu bestimmen – das kann nur das ägyptische Volk." Barack Obama würdigt die Rolle der Armee und ruft dazu auf, weiterhin gewaltlos zu agieren. Ägypten habe schwierige Tage vor sich, sagt der US Präsident – für ihn selbst ist die Situation aber auch nicht einfacher geworden.