Ballett im Aufwind

Eine der ersten Entscheidungen, die die neue Leitung der Wiener Staatsoper unter Direktor Dominique Meyer und Ballettchef Manuel Legris getroffen hat, war, den Namen für das Staats-und Volksopernballett in "Wiener Staatsballett" zu ändern. Nicht nur der Name hat sich geändert: Die ersten Premieren waren höchst erfolgreich, meist wurde vor vollem Haus gespielt. Nun wurde der neue Spielplan vorgestellt.

Kulturjournal, 27.04.2011

Christan Fillitz im Gespräch mit Manuel Legris

Erfolgreiche Premieren

In der relativ kurzen Zeit - seit 1. September 2010 ist er im Amt - hat Legris dem Wiener Staatsballett seinen Stempel aufgedrückt. Aus dem früher stiefmütterlich behandelten Ballettbetrieb ist ein Glanzstück von Staats-und Volksoper geworden. Die Premieren hatten Erfolg bei der Kritik - sie sprach von frischem Wind - und beim Publikum, und das in beiden Häusern.

"Ich weiß nicht ob man von einer eigenen Handschrift reden kann. Aber es stimmt, ich bin sehr präsent", verrät Legris, ehemaliger "danseur étoile" der Pariser Oper. "Man merkt auf der Bühne, dass die Tänzer geführt werden, ich habe eine exzellentes Team um mich herum - die Ballettmeister, Repetitoren. Die Tänzer fühlen sich unterstützt. Außerdem werden sie durch die guten Kritiken motiviert. Das Ganze ist wie eine gute Mayonnaise, wo sich die Ingredienzien mischen und immer kompakter werden."

Romantisches Ballett

Im Herbst dann an der Staatsoper "La Sylphide", die eine Wiederbelebung des romantischen Balletts ist - Pierre Lacotte zeichnet für die Choreographie verantwortlich. Premiere ist am 28. Oktober. Am 12. Februar dann eine Hommage an Roland Petit mit dessen getanzten Fassungen von "Debussy pour 7 danseurs", "L'Arlésienne" und "Carmen". Im Juni dann die zweite Nurejew-Gala.

An der Volksoper gibt es nur eine Premiere: Am 2. März "Carmina Burana", "Nachmittag eines Fauns" und Ravels "Bolero".

Nach dem fulminanten Debüt also ein etwas ruhigerer Rhythmus, allerdings muss man ja die Repertoire-Vorstellungen dazuzählen.

Mittagsjournal, 27.04.2011

Klassische Moderne

Bisher hatte Legris - aus Respekt vor dem Opernpublikum - ein Programm erstellt, das man klassische Moderne titulieren könnte. Erst vorige Woche hatte die witzig-revuehafte Béjart-Choreographie "Le Concours" an der Volksoper Premiere.

Am 3. Mai 2011 gibt es an der Staatsoper eine dreiteilige Hommage an den1998 verstorbenen Jerome Robbins, ein hierzulande zu wenig bekannter US-amerikanischer Choreograph und Regisseur, der unter anderem so berühmte Broadway-Musicals wie "West Side Story", "The King And I" und "Fiddler On The Roof" choreographiert hat. Mit Balanchine leitete er das New York City Ballet.

Nach diesem witzigen, spritzigen Jerome-Robbins-Abend gibt es am 28. Juni eine große Nurejew-Gala.

Service

Bei Aufführungen des Staatsballetts bekommen Ö1 Club-Mitglieder ermäßigten Eintritt (zehn Prozent).

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