Auch Fekter irritiert
Empörung über Strauss-Kahn-"Witz"
Es hätte ein Witz sein sollen, doch der ÖVP-Abgeordnete Wolfgang Großruck löste mit einem Reim auf den verhafteten IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn nichts anderes als Empörung aus. Auch seine Parteikollegin Finanzministerin Maria Fekter ist irritiert.
8. April 2017, 21:58
Finanzministerin Fekter zu Strauss-Kahn
auf eine Frage von Hubert Arnim-Ellissen im Morgenjournal, 18.05.2011
"Unerträglich"
Im Ö1 Morgenjournal meinte Fekter, sie verstehe die Empörung, die Großruck mit seiner Wortmeldung im Nationalrat ausgelöst habe: "Auch ich werde ihn darauf ansprechen, dass das unerträglich ist. Er hat sich ja entschuldigt, und ich nehme das einmal so hin."
Witz ging daneben
Im Nationalrat galt es bisher als Tradition, dass ÖVP-Mann Wolfgang Großruck seine Parlamentsreden mit einem Reim beendet. Dienstagabend fiel ihm aber folgendes ein: "Obwohl er schon ein reif'rer Mann, zeigt Dominique Strauss, was er noch kann - für das Protokoll 'Kahn' bitte mit stummem H schreiben."
Morgenjournal, 18.05.2011
Rücktrittsforderung und Entschuldigung
Die Empörung lässt nicht lange auf sich warten, es wird laut im Plenum. Großruck versucht wenige Minuten später, den Schaden zu begrenzen. Sein Reim sei ironisch gemeint gewesen, er habe niemanden verletzen wollen. Was allerdings die Aufregung nicht lindert, etwa bei BZÖ-Mandatar Gerald Gross - "das ist zutiefst geschmacklos" - oder bei Grünenchefin Eva Glawischnig: "Eine versuchte Vergewaltigung als Spaß, als Witz, als Leistung eines älteren Mannes darzustellen, dafür braucht es eine Entschuldigung des ÖVP-Klubobmanns". Die Grünen verlangen den Rücktritt von Wolfgang Großruck. Von ÖVP-Klubchef Kopf setzt es auch ordentliche Schelte. Für ihn ist der Reim "zutiefst unangebracht, unangemessen und auch verletzend." Großruck habe sich aber entschuldigt, diese Entschuldigung möge man doch bitte respektieren, so Kopf.
