Bald Einigung auf Schuldenerlass?

In Athen sind die Verhandlungen über einen Schuldennachlass der privaten Gläubiger möglicherweise in der Endphase. Verhandelt wird ja schon seit Monaten immer wieder, in den letzten drei Tagen sind einander die Gläubiger under griechische Staat bereits in ihren Forderungen und Angeboten ziemlich nahe gekommen.

Mittagsjournal, 21.1.2012

Streit um Verzinsung

Die Verhandlungen der letzten drei Tage sind in guter Atmosphäre verlaufen, sagen beide Seiten, offenbar wird jetzt noch um die letzten Details gerungen. Griechenland will eine Vereinbarung bis Montag unter Dach und Fach haben. Denn dann treffen einander die Euro-Finanzminister wieder und die müssen den Deal absegnen, auch wenn es um die privaten Gläubiger Griechenlands geht. Das sind vor allem Banken, Versicherungen und Hedgefonds, denen Griechenland auf die eine oder andere Art insgesamt 130 Milliarden Euro schuldet. Auf bis zu 70 Prozent davon - das sind 91 Milliarden Euro - werden die Gläubiger verzichten müssen. Im Gegenzug sollen sie Staatsschuldverschreibungen mit einer Laufzeit von 30 Jahren bekommen. Um die Verzinsung dieser Staatsschuldverschreibungen wird offenbar noch gerungen. Vermutlich wird sie in Durchschnitt 4 Prozent betragen - anfangs etwas weniger, später dann mehr, so dass man eben auf 4 Prozent kommt.

Viele Interessen

Kompliziert sind die Verhandlungen nicht nur wegen der finanztechnischen Details, sondern weil auch viele einzelne Parteien mit unterschiedlichen Interessen und Vorstellungen am Verhandlungstisch sitzen. Griechenland steht unter besonderem Druck, denn zum einen geht es um rund ein Drittel seiner Schulden, zum anderen wäre ein - wie er neudeutsch heißt - Schuldenschnitt auch ein gutes Argument, um die nächste Tranche an Hilfsgeldern der EU zu bekommen, die es bis spätestens März braucht. Am Freitag sind wieder die internationalen Finanzinspektoren in Athen angekommen, die regelmäßig prüfen, ob die griechischen Sparbemühungen auch programmgemäß vorankommen.