Vergleich mit US-Banken nach Immobilienkrise

Milliardenhilfe für Hausbesitzer

Gute Nachrichten gibt es für Millionen überschuldeter Hausbesitzer in den USA: Sie können auf niedrigere Kreditraten, leichtere Umschuldungen und auf Entschädigungen bei fehlerhaften Zwangsvollstreckungen hoffen. Die US-Regierung hat mit den fünf größten Banken des Landes einen entsprechenden Vergleich abgeschlossen - im Umfang von umgerechnet 19 Milliarden Euro.

Morgenjournal, 10.2.2012

"Banken müssen Fehler gutmachen"

Mit dem Vergleich beenden 49 Bundesstaaten Ermittlungen gegen die Bank of America, JPMorgan Chase, Wells Fargo, die Citigroup und Ally Financial. Sie sollen die Immobilienkrise durch ihr Verhalten nicht nur mitverursacht, sondern auch noch verschärft haben. Amerikas größte Banken, die von den Steuerzahlern gerettet worden sind, müssten ihre Fehler wieder gutmachen, sagt US-Präsident Barack Obama. So sind Millionen Kredite ohne Bonitäts-Prüfung vergeben und säumige Schuldner zu schnell gepfändet worden - ohne Möglichkeit der Refinanzierung, ohne ausreichende Prüfung und oft sogar aufgrund falscher oder fehlerhafter Unterlagen.

Direkte Zahlungen

Dieser bahnbrechende Vergleich wird die Hilfe für die am schwersten betroffenen Hauseigentümer beschleunigen und missbräuchliche Praktiken der Kreditindustrie beenden, die so viel Schaden verursacht haben. 20 der insgesamt 25 Milliarden Dollar aus dem Vergleich fließen direkt an Hauseigentümer, die kurz vor der Zahlungsunfähigkeit stehen - etwa über günstigere Kreditbedingungen. Eineinhalb Milliarden Dollar gehen an 750.000 Familien, die ihr Haus aufgrund von Fehlern der Banken verloren haben. Hier wird deutlich, dass der Vergleich eher symbolischen Charakter hat. Der Schadenersatz pro Familie beträgt maximal 2.000 Dollar.

Keine endgültige Lösung

Kritiker hier in den USA meinen, die Banken seien mit einem blauen Auge glimpflich davon gekommen. Auch wenn bis zu zwei Millionen Amerikaner von dem Vergleich profitieren dürften, eine Lösung für den maroden Immobilienmarkt zeichne sich weiter nicht ab. US-Präsident Obama lobt den Vergleich trotzdem als "wichtigen Anfang". Jetzt, meint Obama, müsste der Kongress nur noch seinen Gesetzesvorschlag annehmen, der die Möglichkeit der Refinanzierung für alle Hauseigentümer vorsieht. Die Wahrscheinlichkeit, dass der mehrheitlich republikanische Kongress diesen Vorschlag des Präsidenten annimmt, ist gleich Null. Millionen Amerikaner müssen also weiter fürchten, ihr Haus zu verlieren.

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