Untergewichtig soll nicht gleichzeitig schön bedeuten
Gesetz gegen Magermodels in Israel beschlossen
Weibliche Models und Mannequins, die krankhaft mager aussehen, sind ein Thema, das in den Konsumgesellschaften schon lange diskutiert wird. In Israel sollen die dünnen Mädchen jetzt per Gesetz gerettet werden. Das israelische Parlament hat beschlossen, dass Werbeagenturen keine untergewichtigen Models beschäftigen dürfen.
8. April 2017, 21:58
Abendjournal, 20.3.2012
Manipulationen müssen gekennzeichnet werden
Als Kriterium gilt der so genannte Körpermaß-Index BMI: Wer einen BMI von weniger als 18,5 hat, darf nicht mehr in Werbeaufnahmen hergezeigt werden.
Das Gesetz schreibt auch vor, dass Werbefotos entsprechend gekennzeichnet sein müssen, wenn sie so manipuliert wurden, dass ein Model darauf dünner aussieht, als es wirklich ist.
Kritik von Fotoagenturen
In Israel, das ungefähr so viele Einwohner hat wie Österreich, werden jährlich bei 1.500 Jugendlichen Essstörungen diagnostiziert. Die Initiatoren des Gesetzes haben das Ziel, diese Seuche zu bekämpfen, indem sie das vorherrschende Schönheitsideal verändert.
Man solle Schönheit nicht mit Untergewicht gleichsetzen, in der Werbewelt würden unmögliche Standards vorgegeben.
Aus den Fotoagenturen hört man natürlich Proteststimmen. Die Grenze sei willkürlich gesetzt, meint man da. Es gebe einfach Mädchen, die von Natur aus dünn seien und gar nicht zunehmen könnten, deswegen seien sie aber nicht krank – über diese Models sei nun praktisch ein Berufsverbot verhängt worden.
