London: "50 Jahre James Bond"
"James Bond jagt Dr. No" war der erste Film und hatte heute vor 50 Jahren in London Premiere. Dort wird der Start einer der erfolgreichsten Serien der Kino-Geschichte groß gefeiert. 22 Filme sind es bis heute, die weit über drei Milliarden Euro eingespielt haben.
8. April 2017, 21:58
Morgenjournal, 5.10.2012
Ian Flemings James Bond schaffte es erst zehn Jahre nach seiner literarischen Geburt in die Kinos. Der Erfolg des Agententhrillers 1962 war keineswegs programmiert. Vielen in Hollywood erschien das Thema zu britisch, kaum ein namhafter Schauspieler wollte Bond sein.
Sean Connery war dritte Wahl. Mit nur einer Million Dollar drehten die Produzenten Albert Broccoli und Harry Saltzman in den Londoner Pinewood Studios "James Bond jagt Dr. No". Eine regelrechte Bond Mania brach dann in den 1970er Jahren aus, sagt Fergus Fleming, Neffe des James Bond Schaffers.
"Er hat sein Phänomen nicht am Höhepunkt der Popularität erlebt, ich denke er würde heute still darüber schmunzeln, was für eine Ikone James Bond geworden ist".
Eine Ian Fleming Bibliografie zum Jubiläum
Zusammen mit Jon Gilbert, einer der Bond Experten Großbritanniens, bringt Fergus Fleming zum Jubiläum eine Ian Fleming Bibliografie auf den Markt. Das Werk ist beinahe so groß wie die Gutenberg Bibel, Bibliograf Jon Gilbert hat in den letzten fünf Jahren bisher unbekannte Informationen und nie verwendete Illustrationen für Buchumschläge aufgestöbert.
"Ich war im Jonathan Cape Archiv, er hat die Bücher in erster Auflage in Großbritannien herausgebracht, ich war in Eton, wo Ian Fleming zur Schule ging, auch dort wurde ich fündig und ich habe mir die Aufzeichnungen im Paperback Archiv angeschaut, ich habe hoffentlich sehr gewissenhaft recherchiert und kann den Sammlern neues Material präsentierten", sagt Jon Gilbert.
Versteigerung von Bond-Filmrequisiten
Zur Feier des 50-jährigen "Dienstjubiläums" von Geheimagent James Bond hat beim Londoner Auktionshaus Christie's eine Online Versteigerung mit Erinnerungsstücken aus den bisher 22 Filmen begonnen.
Bond Fans können ab einem Gebot von umgerechnet 62 Euro versuchen, Filmposter, Requisiten, signierte Bücher und Kleidungsstücke zu ergattern. Der Erlös kommt UNICEF und anderen karitativen Einrichtungen zu Gute. James Bond Co-Produzent Michael Wilson rührt die Werbetrommel.
"Wenn ich all diese Requisiten sehe, kommt es mir so vor, als ob ich mein Leben nochmals durchleben würde, das Top Los ist natürlich ein Aston Martin, aber das Großartige ist, jeder kann sich ein Stück Bond leisten, es gibt z.B. Tarotkarten aus Leben und Sterben lassen oder ein Pokerkartenspiel aus Casino Royale. Das spricht viele verschiedene Sammler an."
Es ist die erste und vermutlich auch einzige Auktion an Bond Erinnerungsstücken aus den Filmarchiven von EON Productions, meint Archiv Chefin Meg Simmonds. In den jüngsten Bond Streifen kommt immer mehr Digitaltechnik zum Einsatz und Requisiten aus den ersten Filmen sind rar.
"Damals wurden Requisiten nicht aufbewahrt, es war ganz normal, dass alles verkauft wurde, die Lagerung hätte zu viel Geld gekostet. Albert Broccoli sagte immer, er sei kein Lagerverwalter sondern ein Filmemacher."
Bond Fans in aller Welt stimmen sich bereits auf das 23. Abenteuer von 007 ein, Kinostart von Skyfall in Österreich ist am 1. November. Die Lizenz zum Töten scheint niemals auszulaufen.
