Ära der Glühbirne noch nicht zu Ende

Seit September dürfen Glühbirnen weder erzeugt noch importiert werden, aber die Händler dürfen ihre Restbestände noch verkaufen. Die Kunden freuen sich, dass es die Glühbirne doch noch gibt und kaufen sie auch nach wie vor. Wie lange also die stromfressende aber liebgewordene Glühbirne den Raum erhellt, lässt sich nicht prognostizieren.

Mittagsjournal, 13.10.2012

Kunden schämen sich

Wer zum ersten Mal in das Geschäft in der Gentzgasse kommt, fragt oft noch recht verschämt nach der Ware, sagt Jakob, ein Mitarbeiter: "So still und heimlich. Habt ihr noch Glühbirnen? Ich hab gehört, ihr habt welche. Es ist ja so, dass die Produktion lediglich eingestellt ist. Wir Händler dürfen unsere Restposten verkaufen."

Jakob und sein Kollege Hans haben gut zu tun: ein Drittel des Umsatzes macht man mit Glühbirnen. Am öftesten verkauft sich die klassische 60-Wattbirne um 1 Euro 20. Die Kunden freuen sich, dass es die Glühbirne noch gibt. Ein Kunde: "Einfach weil es ein gutes Licht gibt. Wesentlich günstiger als die Energiesparlampen. Ich hab mir das mal ausgerechnet, wenn ich alle Glühbirnen gegen Energiesparlampen auswechseln würde, das wären ein paar Prozent, die ich sparen würde."

Kunden sehen Vorteile in Glühbirnen

Und die Energiesparlampen sind einigen auch gar nicht geheuer:
"Weil ich ungern mit Quecksilver zu Hause hantiere", sagt ein weiterer Kunde. Wegen der geringen Menge an Quecksilber müssen die Energiesparlampen als Sondermüll entsorgt werden.
Firmenchef Nicolas Zens hört von seinen Kunden diverse Vorteile der Glühbirne: "Das Licht, die technische Umstände wie Dimmbarkeit, auch die Bauformen, damit das in den Leuchten weiterhin Platz hat, so wie man es gewohnt ist. Natürlich auch das emotionale Thema."

Er hat 2009 beschlossen, dem stufenweisen Verbot der Glühbirnen durch die EU etwas entgegenzusetzen. Ein großes Lager hat er im Keller. Mit dem Lager im ersten Stock kommt man auf einen Bestand von mehr als 400.000 Stück. Die Kunden kommen nicht nur aus Wien, einige kaufen etwa für Verwandte im Ausland hier ein. Verkauft wird auch über das Internet. Der Lagerbestand dürfte bis 2018 reichen, danach ist es endgültig vorbei mit der Gühbirne.