Mensdorff-Prozess in der Zielgeraden

Im Geldwäscheprozess gegen Alfons Mensdorff-Pouilly wurden heute die letzten Zeugen vom Gericht befragt. Läuft alles nach Plan, sollen morgen nur noch einige Aktenteile verlesen werden, danach folgen die Abschlussplädoyers, kündigt Richter Stefan Apostol an. Als letzter Zeuge hat Ex-OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer vor Gericht über seine Zusammenarbeit mit Mensdorff und Zahlungen der OMV ausgesagt.

Alfons Mensdorff-Pouilly

(c) FOHRINGER, APA

Abendjournal, 16.1.2013

OMV zahlte Erfolgshonorar

2004 hatte die OMV Alfons Mensdorff-Pouilly zu den Verhandlungen rund um den Kauf der staatlichen rumänischen Firma Petrom als Berater zugezogen. Auffällig ist für Richter und Staatsanwalt, dass das Erfolgshonorar in Höhe von einer Million Euro, halbiert und an zwei verschiedene Firmen Mensdorff ausgezahlt wurde. Die Wiener MPA und die Briefkastenfirma Brodmann. Das war ein Vorschlag von Mensdorff, sagt Ruttenstorfer im Zeugenstand. Für uns war das in Ordnung, sagt Ruttenstorfer und betont ungefragt, dass dem Vertrag mit Mensdorff, auch die Anti-Korruptionsbestimmungen der OMV beigelegt worden seien. Timothy Landon, an den laut Mensdorff die Hälfte der OMV-Zahlung für die Beratertätigkeit in Rumänien gegangen sein soll, kennt Ruttenstorfer nur aus der Zeitung. Welches Gefühl hat Mensdorff, heute nach der Aussage der letzten Zeugen: er sei kein Jurist, er gebe keine Urteile nach Gefühlen.

Am Vormittag hatte das Gericht verschiedene ehemalige Mitarbeiter und Geschäftspartner Mensdorffs befragt. Auch der Vorwurf der Beweismittelfälschung wurde hinterfragt. Zur Bestätigung einer Millionenzahlung nach Dubai hatte Mensdorff ein Bestätigungsfax des mittlerweile verstorbenen Geschäftsführers dieser Firma vorgelegt. Laut Bundeskriminalamt eine Fälschung. Das bestätigt heute auch der Geschäftspartner des Verstorben. Weder Briefkopf noch Faxnummer würden stimmen, sagt der Mann.