Google zahlt Millionen für Datenschnüffelei

Der Internet-Konzern Google hat in den USA eine Millionenstrafe bekommen. Genauer gesagt hat sich Google mit 7 Millionen Dollar, umgerechnet 5,4 Millionen Euro, von Strafverfahren in 38 US-Bundesstaaten freigekauft. Google hatte Daten aus privaten WLAN-Netzwerken kopiert.

Morgenjournal, 13.3.2013

Wolfgang Stuflesser

Google: "Versehen"

Der Internetriese Google hatte die Daten zwischen 2008 und 2010 gesammelt, bei den Aufnahmefahrten für seinen Straßenfoto-Dienst Street View. Bei den Kamerafahrten fotografierte Google nicht nur Fassaden, sondern schnitt auch den Datenverkehr ungeschützter drahtloser Netzwerke mit.

Google bezeichnete dieses illegale Mitschneiden zunächst als Versehen, es seien nur kleinste Datenmengen gespeichert worden. Bei einer Überprüfung fanden die Behörden in diesen WLAN-Daten aber auch E-Mails, Internetadressen und Passwörter zu finden.

Millionen privater Haushalte waren betroffen, allerdings nur solche, deren Netzwerke nicht verschlüsselt waren.

Strafe dürfte Konzern nicht hart treffen

Für das Datenschnüffeln zahlt Google jetzt sieben Millionen Dollar (5,4 Millionen Euro). Darauf einigte sich der Konzern mit 38 US-Bundesstaaten, wie New Yorks Justizminister Eric Schneiderman am Dienstag mitteilte. Das dürfte Google allerdings nicht sonderlich treffen. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen einen Gewinn von 13,4 Milliarden Dollar gemacht – rein rechnerisch wäre die Strafe in fünf Stunden wieder in der Kassa.

Google fällt in Sachen Datenschutz nicht zum ersten Mal negativ auf. Jetzt will es seine Mitarbeiter besser schulen und Verbrauchern Tipps geben, wie sie ihre Netzwerke besser schützen können.

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