236. Hofkollektiv Wieserhoisl
Das Hofkollektiv Wieserhoisl ist ein Selbstversorgungs- und Gemeinschaftsprojekt mit gesellschaftspolitischem Bildungsanspruch und existiert seit Frühling 2007.
27. April 2017, 15:40
Der Innovationsgehalt ihres Projektes setzt sich im Groben aus zweierlei zusammen:
Einerseits tritt das Hofkollektiv mit Projekten, Initiativen und Veranstaltungen rund um die Themenbereiche Landwirtschaft, Nahrungsmittelversorgung, Gesellschaftssystem und allgemeine ökologischer Lebensqualität auf der Erde in der Öffentlichkeit auf. Aktuellste Aktivitäten sind der Aufbau einer Foodkoop (Lebensmittelverteilung ohne Zwischenhandel) aus einem Lebensmittelnetzwerk sowie ein kreativ-ökopädagogisches Ferienprogramm für Kinder.
Andererseits erproben sich die Bewohner_innen am Wieserhoisl in einer Gemeinschaftsstruktur welche so hierarchielos, selbstorganisiert, selbstbestimmt wie möglich abläuft und gleichzeitig die Bedürfnisse jedes/jeder Einzelnen respektiert. Ein wesentliches Element dafür ist die solidarische Ökonomie. Dies bedeutet, dass sämtliches, von den einzelnen Mitgliedern erwirtschaftetes Einkommen für alle verfügbar zusammengelegt wird und die Finanzen gemeinsam verwaltet werden. Tätigkeiten am Hof oder Tauschgeschäfte werden am Wieserhoisl gleichwertig anerkannt wie das Beitragen zur finanziellen Absicherung durch Geldverdienst.
Die landwirtschaftliche Tätigkeit (2000 m2 große Garten, Schaf- und Geflügelhaltung, sowie Obstbaumbestand und Waldnutzung) erfolgt ideologisch biologisch. Das heißt auf eine offizielle Zertifizierung als biologische Landwirtschaft wird verzichtet, da der bürokratische Aufwand nicht in lohnender Relation zu den eventuellen Vorteilsmöglichkeiten steht. Außerdem wird zum paradox erscheinenden Dogmatismus, welcher inzwischen im Bereich biologischer Landwirtschaft, Konsum- und Lebensweise aktuell herrscht Distanz gehalten.
Die Ernte und Produkte werden hauptsächlich zur Selbstversorgung verwendet, wobei Überschussprodukte verschenkt, getauscht oder mehr oder weniger gezielt vermarktet werden.
Eingereicht von
Silvia Weißengruber
