Ägypten: USA streichen Militärhilfe
Nach den jüngsten Unruhen in Ägypten schränkt die US-Regierung ihre Militärhilfen für das Land um mehrere hundert Million Dollar ein. Die Lieferung militärischer Großgeräte sowie direkte finanzielle Unterstützung wird gestoppt, solange es keine Fortschritte in Richtung Demokratie gibt, teilt das Außenministerium in Washington mit. Hilfen für Anti-Terror-Einsätze sowie zur Grenzsicherung sollen aber weiterlaufen.
8. April 2017, 21:58
Mittagsjournal, 10.10.2013
Zahme Drohung
"Während der vergangenen Jahre war es unser vorrangiges Interesse eine Regierung zu unterstützen, die das ägyptische Volk vertritt und demokratische Prinzipien wie Minderheitenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Meinungs- und Versammlungsfreiheit anerkennt. Das bleibt unser Interesse. Wir werden weiter mit der Übergangsregierung zusammenarbeiten um Bereiche zu unterstützen von denen die ägyptische Bevölkerung profitiert", so Jay Carney.
Die Tür wird also nicht vollends zugeschlagen, der Dialog aufrechterhalten. Die US-Regierung will Ägypten auch künftig bei der Finanzierung von Bildungs- und Gesundheitsprojekten unterstützen und auch in militärischen Bereichen bleibt einiges zumindest derzeit noch beim Alten
So sollen die Hilfe für Anti-Terroreinsätze sowie zur Grenzsicherung weiterlaufen. Und Ägypten wird auch weiterhin Ersatzteile für bereits gelieferte Militärgüter erhalten. Und das ist besonders wichtig, denn ein Engpass mit Nachschub, das hätte den Ägyptern wirklich zu schaffen gemacht. Es hätte also noch schlimmer kommen können.
Balanceakt Obamas
Tatsächlich ist es ein schwieriger Balanceakt, zu dem sich die Obama-Regierung in Sachen Ägypten entschieden hat. Denn einerseits kann es sich Washington nicht leisten, einen wichtigen Verbündeten in der arabischen Welt zu verlieren, andererseits droht Barack Obama - international gesehen ein schwerer Imageschaden. Schließlich wird von einem demokratischen Präsidenten erwartet, dass er Auswüchsen einer Militärregierung energisch entgegentritt. Und so hat sich Obama entschieden, den derzeitigen Machthabern in Kairo vorläufig nur einen Klaps auf die Finger zu geben, anstatt einer kräftigen Ohrfeige.
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