BA Kunstforum: Siegfried Anzinger

Im Kunstforum in Wien ist gestern eine Ausstellung mit neuen Gemälden des österreichischen Malers Siegfried Anzinger eröffnet worden. Zu sehen sind 80 großformatige Werke, die Anzinger eigens für die Schau angefertigt hat, daneben einige Zeichnungen und Aquarelle, sowie eine kleine Auswahl von Arbeiten, mit denen Anzinger Österreich bei der Biennale in Venedig 1988 vertreten hat.

In seinen neuesten Arbeiten mischt Anzinger Motive aus der Bibel mit Comics.

Morgenjournal, 13.2.2014

Da lächelt etwa eine pummelig-fröhliche Madonna von der Leinwand, mit qietschvergnügtem Säugling am Schoß. Warum darf sich die Madonna nicht auch mal wohlfühlen? Fragt Anzinger und malt dem gekreuzigten Jesus eine lange grüne Schlange in den Lendenschurz. Der Heilige Geist steht im flatternd zur Seite.

Das alles in großen bunten Flächen, die eine faszinierende Unbeschwertheit atmen. So malt Siegfried Anzinger überstrapazierte Bildmotive in einer neuen emotionalen Temperatur. Es sind die aufregend-schrecklichen Bilder seiner Kindheit, die er mit einem Schuss Ironie darstellt, um dem Pathos zu entgehen.
Kurator Florian Steininger erklärt, mit diesen irritierenden Szenen wollte Anzinger die Betrachter zum Weiterdenken verführen.

Betörende Leichtigkeit und Fröhlichkeit

2012 sorgten rosa Marzipanschweinchen, die Anzinger ans Kreuz genagelt hatte, dafür, dass eine Ausstellung in einer Kölner Kirche abgesagt wurde. Auch sie sind jetzt im Kunstforum zu sehen. Auf anderen Bildern fliegt Lorelei wie einen Laubfrosch durch die Luft oder Indianer betreiben erotische Spiele. Die Indianer sind für Siegfried Anzinger Selbstportraits mit Federn.

Siegfried Anzinger präsentiert im Kunstforum einen gewaltigen Fundus an Geschichten in verknappter und schneller Form - in großen Farbflächen, zügig auf große Leinwänden gemalt. Die ganze Schau atmet eine betörende Leichtigkeit und Fröhlichkeit. Sie zeigt, dass der über 60järhige Künstler seine Lebendigkeit über die Jahrzehnte erhalten hat.

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