Burg-Chef Hartmann über Schuld und Sparzwang

Ein Untersuchungsbericht bestätigt nun die Vorwürfe gegen die ehemalige kaufmännische Geschäftsführerin des Burgtheaters Silvia Stantejsky. Bundestheater-Holding-Chef Georg Springer hat bei der gestrigen Pressekonferenz eine Mitschuld am Bilanzverlust eingestanden. Ganz im Gegensatz zu Burgtheater-Direktor Matthias Hartmann. Gedanken über Einsparungen macht er sich trotzdem.

Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann

(c) Fohringer, APA

Morgenjournal, 28.2.2014

Schuld oder Nichtschuld

Er habe alles für das Wohl des Burgtheaters getan, was in seiner Macht stand. In seiner Macht als künstlerischer Direktor, versteht sich. Das betonte Burgtheater-Direktor Matthias Hartmann einmal mehr bei der gestrigen Pressekonferenz. Und er übernehme sehr wohl Verantwortung. Nämlich für Folgendes: "Produktionskosten sind gleich geblieben, die Personalkosten sind gesenkt worden. Die Einnahmen sind exorbitant gesteigert worden. Das ist das, wofür ich die Verantwortung übernehme." Hätte er das nicht getan, sagt Hartmann, würde sich das Defizit nicht auf 8,3, sondern auf 16 Millionen Euro belaufen.

Der kaufmännischen Direktorin Sylvia Stantejsky habe er vertraut und dafür wolle er sich nicht zur Verantwortung ziehen lassen. Er habe die Verantwortung als künstlerischer Direktor übernommen, "und da kann man jetzt nicht nach Ätsch-Bätsch-Prinzip sagen, das ist jetzt deine Schuld. Dafür übernehme ich keine Verantwortung."

Sparen bei sich selbst?

Über die Frage, wie es mit dem Burgtheater weiter gehen wird, wird sich Matthias Hartmann trotzdem Gedanken machen müssen. Denn Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) wird Einsparungsvorschläge fordern. Wie die aussehen könnten? Matthias Hartmann dazu nach der Pressekonferenz: "Dann fängt man an bei den Lagerkosten, bei der Reinigung und beim Strom. Alles was man sich ausdenken kann."

Ob er, Hartmann, auch bei seinem Gehalt Abstriche machen würde? Immerhin beträgt das mehr als 220.000 Euro im Jahr. Und da sind die Honorare, wenn Hartmann selbst inszeniert, noch nicht miteinberechnet. Hartmann: "Wir müssen alle Abstriche machen, das bin nicht ich alleine. Und wenn ich einen Beitrag leisten kann von meiner Seite, dann werde ich sicherlich auch das in Erwägung ziehen."

Rat von Juristen befolgt

Er sei vom Ergebnis der forensischen Untersuchung überrascht gewesen, sagt Hartmann, die besagt, dass Silvia Stantejsky durch falsche Buchführung einen Schaden von sieben bis acht Millionen Euro verursacht haben soll. Doch die forensische Untersuchung hat Hartman selbst in Auftrag gegeben. Es muss also Verdachtsmomente gegeben haben. Hartmann dazu: "Ich habe als künstlerischer Direktor die Pflicht, aufgrund des Gesetzes der Unverzüglichkeit eben zu handeln. Das ist mir erklärt worden, denn ich bin kein Jurist." Und dann habe er das, was ihm erklärt wurde, umgesetzt.

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