Greenpeace-Protest in französischem AKW
50 bis 60 Greenpeace-Aktivisten sind heute früh auf das Gelände des elsässischen Atomkraftwerks Fessenheim vorgedrungen und haben auf einem der Reaktoren ein Transparent enthüllt. Ihre Forderung: Die Abschaltung der alternden Atomkraftwerke in Frankreich und ganz Europa.
8. April 2017, 21:58
Mittagsjournal, 18.3.2014
Signal Richtung EU
Von der Betonkuppel des Reaktors Nr.1 unmittelbar neben dem Rheinkanal weht ein riesiges Transparent mit der Aufschrift „ Stop Risking Europe“ , auf dem Reaktordach standen zwei Aktivisten mit einem Schild , das Präsident Hollande an sein Wahlversprechen erinnerte, das seit 37 Jahren funktionierende, älteste AKW Frankreichs 2016 abzuschalten und generell die angekündigte Energiewende einzuleiten, dies zwei Tage vor einem EU-Gipfel, der dem Thema Energie gewidmet ist. Ein Greenpeace-Sprecher: Fessenheim ist nur ein Symbol der alternden AKWS in Frankreich und Europa. Allein in Frankreich gibt es ein Dutzend, die über 30 Jahre alt sind und Ermüdungserscheinungen zeigen.
Gegen 11 Uhr befanden sich immer noch 15 Aktivisten auf dem Reaktordach, 34 waren laut Angaben der Betreiberfirma EDF festgenommen worden, die im übrigen wie üblich erklärte, es habe nie eine Gefahr für die Sicherheit der Atomanlage bestanden. Auch das Innenministerium ließ verlauten, die Eindringlinge seien sofort als Umwelt-Aktivisten erkannt worden, eine Gefahr für die Anlage habe es zu keiner Zeit gegeben.
Und doch ist der Vorfall äußerst bedenklich: immerhin ist es bereits das 4. Mal in rund drei Jahren, dass Greenpeace Anhänger stundenlang auf das Gelände eines französischen Atomkraftwerks vordringen - und sogar das Reaktordach oder einen der Kühltürme besteigen konnten, zuletzt vor einem Jahr in Tricastin im Rhonetal. Beweise dafür, dass eine absolute Sicherheit selbst was die Überwachung von Nuklearanlagen angeht, nicht existiert. Ex Grünen-Chef Pascal Durand: Greenpeace spielt seit langem seine Rolle des warnenden Rufers, lenkt z.B. die Aufmerksamkeit auf die offensichtlich sehr schlechte Sicherheit rund um unsere Atomkraftwerke.
Hoffen auf Hollande
Besonders seit Fukushima fordern Umweltschützer aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich die Abschaltung von Fessenheim u.a. auch, weil der Rheingraben ein besonders Erdbeben gefährdetes Gebiet ist. Gleichzeitig macht sich inzwischen Skepsis breit, ob Präsident Hollande sein Versprechen einhalten kann, die Fessenheim-Reaktoren 2016 vom Netz zu nehmen, besonders weil sich die Bevölkerung vor Ort vehement gegen eine Schließung und den Verlust von rund 3.000 Arbeitsplätzen stemmt.
