ORF: Publikumsrat nominiert neue Stiftungsräte

Heute hat sich in Wien der neue ORF-Publikumsrat konstituiert und seine sechs Vertreter für den Stiftungsrat nominiert. Die dafür nötige Novelle des ORF-Gesetzes, die den Bestellmodus neu geregelt hat, ist umstritten. Heute wurden ungeachtet dessen vier SPÖ-nahe und zwei ÖVP-nahe Vertreter ins oberste ORF-Gremium gewählt.

Abendjournal, 22.4.2014

SPÖ-nahe Doppelspitze

Nach der Änderung des ORF-Gesetzes hat der Publikumsrat statt 36 nur noch 31 Mitglieder. Und für die sechs Vertreter, die das Gremium in den Stiftungsrat entsendet, gibt es keinerlei Vorgaben mehr. Bisher mussten drei dieser Stiftungsräte zwingend aus den Bereichen Wissenschaft, Kunst und Kirche kommen - daher gab es an der neuen Regelung auch Protest von Kardinal Schönborn. Die Entsendung nach dem regierungsfreundlichen neuen Modus wurde von mehr als zwei Dritteln der Publikumsrats-Mitglieder abgesegnet, es gab aber auch Gegenstimmen und Kritik an der regierungsnahen Lösung. Zur Vorsitzenden des neuen Publikumsrates wurde die als SPÖ-nahe geltende Ilse Brandner-Radinger gewählt, die Wahl von Peter Vitouch zu ihrem Stellvertreter stieß auf heftige Kritik und Wahlenthaltung der ÖVP-Seite. Vitouch bezeichnet sich als unabhängig, gilt aber ebenfalls als SPÖ-nahe.

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